Europäische Mobilfunkbranche steht laut GSMA-Bericht am Scheideweg

-- Partnerschaft zwischen europäischen Mobilfunkbetreibern und politischen Entscheidungsträgern als entscheidende Voraussetzung zur Ausschöpfung der Vorteile des „Connected Life"

BRÜSSEL, 5. September 2013 /PRNewswire/ -- Im Vorfeld der heutigen Konferenz GSMA Mobile 360-Europe in Brüssel hat die GSMA eine umfassende Beurteilung des Stellenwerts der Mobilfunkbranche in Europa veröffentlicht. Aus dem Bericht(1) „Mobile Economy Europe 2013" von GSMA Intelligence geht hervor, dass das mobile Ökosystem im Jahr 2012 etwa 2,1 Prozent des gesamten BIP der Europäischen Union (EU) erwirtschaftet hat. Neben öffentlichen Geldern in Höhe von 53 Milliarden € zählen hierzu auch 394.000 direkte Arbeitsplätze in der Region.

Überdies zeigt die Studie, dass Europa die einzige Region ist, in der rückläufige Umsätze verzeichnet werden (162 Milliarden € im Jahr 2010(2) gegenüber 151 Milliarden € im Jahr 2012), obwohl die Marktdurchdringung bei Vertragskunden mit 79 Prozent hier weltweit am höchsten ist. Daher gerät die Region bei der Bereitstellung von Mobilfunktechnologien der nächsten Generation und sich daraus ergebenden fortschrittlichen Diensten zunehmend ins Hintertreffen. Neben den verschiedenen Chancen, die sich in einer Welt ergeben, in der praktisch alles und jeder per Mobilfunk miteinander vernetzt sein wird, behandelt der Bericht abschließend auch die große Bedeutung einer durchdachten Politik und Reglementierung zur Maximierung des europäischen Potenzials.

„Europa galt lange Zeit als Wegbereiter des Mobilfunks. Wie dieser Bericht aber zeigt, ist man bei der Inbetriebnahme von mobilen Breitbandtechnologien, insbesondere im Hinblick auf 4G/LTE, gegenüber anderen Regionen mittlerweile ins Hintertreffen geraten", so Anne Bouverot, Generaldirektorin der GSMA. „Trotzdem kann die Mobilfunkbranche bei der Sanierung Europas eine tragende Rolle spielen. Hierzu wird allerdings ein politischer Rahmen benötigt, der zu Investitionen in mobile Breitbandkonnektivität anregt, Innovationen begünstigt und dazu beiträgt, das Vertrauen der Verbraucher in mobile Dienste zu stärken. Dies sollte bei dem geplanten Vorhaben der Kommission, einen einheitlichen Telekommunikationsmarkt zu errichten, im Vordergrund stehen."  

Europa hinkt bei der Einführung von Mobilfunktechnologien der nächsten Generation hinterher
Aus dem heute veröffentlichten Bericht geht hervor, dass Europa bei der Inbetriebnahme der LTE-Technologie (Long Term Evolution) gegenüber vielen anderen Teilen der Welt ins Hintertreffen geraten ist. Zum Ende des Jahres 2012 waren nur 0,3 Prozent aller Geräte in Europa an das LTE-Netz angebunden. In den Vereinigten Staaten lag dieser Wert bei 11 Prozent und in Südkorea bei 28 Prozent. Dies stimmt mit einer Untersuchung überein, die die GSMA und Navigant Economics bereits zu einem früheren Zeitpunkt dieses Jahres(3) veröffentlicht haben und aus der hervorging, dass das steigende Investitionsvolumen in den USA die Einführung schnellerer Datenverbindungen begünstigt. Im Durchschnitt sind die Verbindungsgeschwindigkeiten in den USA um 75 Prozent höher als in der EU – und Erwartungen zufolge wird sich dieser Abstand weiter vergrößern.

Aufbau eines vernetzten Europas – Beitrag zur Umsetzung der EU-Wachstumsstrategie 2020
Trotz der aktuellen Herausforderungen bietet sich im Rahmen von „Connected Living" die großartige Gelegenheit, die Tragweite des Mobilfunks in bedeutenden vertikalen Industriezweigen auszudehnen. Erwartungen zufolge wird die Anzahl der vernetzten Drahtlosgeräte in Europa bis 2020(4) auf fast sechs Milliarden steigen, was etwa einem Viertel des globalen Gesamtwerts entspricht. Der Gesamtwert des für Connected Living in Europa infrage kommenden Marktes könnte sich bis ins Jahr 2020 auf bis zu 234 Milliarden €(5) belaufen, was eine potenzielle Erhöhung des BIP der EU von über sechs Prozent bedeuten würde. Aus der Einführung von Mobilfunktechnologien in verschiedenen Industriezweigen, darunter in der Automobilbranche, im Handelsverkehr, im Bildungs- und Gesundheitswesen sowie in Regierungskreisen und bei Energieversorgern, wird sich die Chance ergeben, neue Geschäftsmodelle und Umsatzströme zu erschließen. So können Wachstum, Arbeitsplätze, Innovation und Nachhaltigkeit gefördert werden. 

Im Bericht wird zudem eine Reihe wichtiger Bereiche genannt, in denen eine angemessene EU-Politik und Regulierung dazu beitragen kann, die verloren gegangene Technologieführerschaft zurückzuerobern. Hierzu müssen Investitionen gefördert, Hindernisse bei der Konsolidierung reduziert, Innovationen vorangetrieben und das Verbrauchervertrauen gestärkt werden.

Investitionsförderung durch Frequenzharmonisierung
Ein besser abgestimmter europaweiter Ansatz zur Freigabe und Harmonisierung der Funkfrequenzen kann zu weiteren Investitionen in Breitbandkonnektivität führen. Die EU hat angedeutet, dass bis 2015 Funkfrequenzen im Gesamtumfang von 1200 MHz zugewiesen werden sollen, um dem erwarteten Anstieg des Datenverkehrs Rechnung zu tragen. Bislang wurden im Durchschnitt jedoch nur 600 MHz freigegeben und die Zuweisung der durch die digitale Dividende frei gewordenen Frequenzbänder im 800-MHz-Bereich verzögert sich. Wenn diese Probleme behoben sind, könnte dies laut Schätzungen bis ins Jahr 2020 zu einem schrittweisen BIP-Zuwachs von bis zu 119 Milliarden € führen. Hinzu kämen zusätzliche Steuereinnahmen in Höhe von 23 Milliarden € und bis zu 156.000 neue Arbeitsplätze in der Region.

Hindernisse bei der Marktkonsolidierung verringern
In Europa sind mehr als 100 Mobilfunkbetreiber und nahezu 530 MVNO(6) zu Hause. Die Konsolidierung hat sich zu einem immer größeren Problem für die Branche entwickelt, da Betreiber mit widersprüchlicher Frequenzpolitik, anhaltendem Wettbewerbsdruck, steigenden Umsatzeinbußen und Margenverfall zu kämpfen haben. Hindernisse, die einer effizienten Marktkonsolidierung im Wege stehen, kann die Europäische Kommission aus dem Weg räumen, indem sie die Prüfung von Zusammenschlüssen vereinfacht und bei der Auferlegung von Abhilfemaßnahmen einen zurückhaltenderen Ansatz verfolgt.

Innovation bei Inhalten und Diensten fördern
Mobilfunkbetreiber arbeiten kontinuierlich daran, ihr Portfolio um neue Produkte und Dienste zu erweitern, die über die traditionelle Sprachtelefonie sowie SMS- und Datenangebote hinausgehen. Aus dem Bericht geht hervor, dass Betreibern die Freiheit eingeräumt werden muss, Geschäfts- und Preismodelle zu gestalten, die besser auf die Dienste abgestimmt sind, die sich Kunden wünschen und für die sie zu zahlen bereit sind. Nur so können Betreiber auch weiterhin neue Dienste entwickeln. Ein Regulierungsrahmen, der genau das ermöglicht, wird sich als bedeutender Innovationstreiber erweisen.

Stärkung des Verbrauchervertrauens bei der Nutzung mobiler Dienste und Anwendungen
Da der Mobilfunk mittlerweile eine feste Größe im täglichen Leben der Verbraucher ist, muss die Branche Problemen wie Betrug, Spam und Sorgen bezüglich der Privatsphäre eigeninitiativ Rechnung tragen. Verbraucher verlangen nach aussagekräftigen Informationen und einheitlichen Regelungen für funktionsgleiche Dienste. Regulierungsbehörden sollten nicht vorschreiben, welche Informationen Verbrauchern zur Verfügung zu stellen sind, sondern sich stattdessen darauf konzentrieren, in der gesamten Wertschöpfungskette des Internets für Transparenz zu sorgen.

„Es ist offensichtlich, dass die Konzentration der Schaffung von Investitionsanreizen gelten muss, um ein langfristiges Wirtschaftswachstum zu erzielen", so Bouverot weiter. „Im Zuge des Wandels zu einem Connected Life, in dem praktisch alles und jeder miteinander vernetzt ist, ergibt sich für Europa die großartige Chance, seine Führungsrolle zurückzuerobern. Gemeinsam müssen wir ein Umfeld schaffen, das Investitionen in den Mobilfunkbereich gezielt fördert und begünstigt. Durch die Initiative zum Aufbau eines einheitlichen Telekommunikationsmarktes bietet sich uns diesbezüglich eine großartige Gelegenheit, die wir nicht verstreichen lassen dürfen."

Der Bericht ist unter folgendem Link abrufbar: www.gsma.com/mobileeconomyeurope

Die GSMA Mobile 360-Europe findet am Donnerstag, den 5. September 2013 von 11:30 bis 18:30 Uhr im Square Meeting Centre in Brüssel statt. Besuchen Sie http://www.mobile360series.com/europe/ und erfahren Sie Näheres über die GSMA Mobile-360 Europe.

Hinweise an Redakteure
(1)Der Bericht Mobile Economy Europe enthält eine umfassende Analyse der gesamteuropäischen Mobilfunkindustrie (Stand: Juni 2013). Der von GSMA Intelligence zusammengestellte Bericht stützt sich auf Daten von GSMA Intelligence sowie auf ein ökonomisches Wirkungsmodell der Boston Consulting Group. Der Bericht betrifft die Märkte der 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU). Kroatien, das der Europäischen Union im Juli 2013 beigetreten ist, wird dabei ausdrücklich nicht berücksichtigt.

(2)Quelle: GSMA European Mobile Observatory 2011

(3)„Mobile Wireless Performance in the EU and U.S.", GSMA und Navigant Economics, Mai 2013

(4)Quelle: „The Connected Life, A $US 4.5 trillion global impact in 2020", Machina Research, Februar 2012

(5)Quelle: „The Connected Life, A $US 4.5 trillion global impact in 2020", Machina Research, Februar 2012. Diese Umsatzchancen ergeben sich aus Serviceverbesserungen, innovativen neuen Diensten sowie der Aussicht, erhebliche Kosteneinsparungen zu erzielen.

(6)Quelle: GSMA Intelligence, Mai 2012

Informationen zur GSMA
Die GSMA vertritt die Interessen von Mobilfunkbetreibern aus aller Welt. In über 220 Ländern vereint die GSMA fast 800 weltweite Mobilfunkbetreiber und mehr als 230 Unternehmen aus dem erweiterten Umfeld des Mobilfunks, darunter Mobilgerätehersteller, Softwareunternehmen, Ausrüstungshersteller und Internetunternehmen sowie Firmen aus verschiedensten Industriezweigen wie beispielsweise Finanzdienstleistungen, Gesundheit, Medien, Transport und Energieversorgung. Die GSMA organisiert zudem branchenweit führende Veranstaltungen wie den Mobile World Congress und die Mobile Asia Expo. 

Nähere Informationen finden Sie auf der GSMA-Verbandswebsite unter www.gsma.com oder auf Mobile World Live, dem Online-Portal für die Mobilfunkbranche, unter www.mobileworldlive.com.

Pressekontakt
William Parker-Jenkins
+ 32 490 443 977
williamparker@webershandwick.com

GSMA-Pressestelle
press@gsma.com

SOURCE GSMA



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