BIAL bringt ONGENTYS® (Opicapon) auf den Markt, eine neuartige Therapie für Parkinson-Patienten mit motorischen Fluktuationen in Deutschland

05 Okt, 2016, 23:01 BST von BIAL

PORTO, Portugal, October 5, 2016 /PRNewswire/ --

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ONGENTYS® (Opicapon) wurde für die Behandlung von erwachsenen Parkinson-Patienten mit motorischen Fluktuationen in Deutschland auf den Markt gebracht.

ONGENTYS® (Opicapon), ein COMT-Hemmer der dritten Generation, wurde im Juni 2016 von der Europäischen Kommission als Zusatztherapie zu Levodopa/DOPA-Decarboxylase-Hemmern (DDCIs) bei erwachsenen Patienten mit der Parkinsonschen Krankheit und motorischen End-of-Dose-Wirkungsschwankungen zugelassen, die nicht mit dieser Kombination stabilisiert werden können [1].

Es existieren verschiedene therapeutische Strategien zur Verbesserung der Anzeichen und Symptome der Parkinson-Krankheit, vor allem dopaminerge Medikamente, welche den Abbau von Levodopa reduzieren oder die physiologische Wirkung von Dopamin nachahmen. Levodopa bleibt der Goldstandard in der Parkinson-Behandlung, obwohl die langfristige Verwendung motorische Komplikationen verursachen kann, wie etwa motorische End-of-dose-Komplikationen oder Wearing-Off-Symptome. Wearing-Off-Episoden können mit angemessenen Änderungen der Medikation verbessert werden, etwa durch eine zusätzliche Dosis von Levodopa oder mit einem COMT-Hemmer.

"In Deutschland sind mehr als 260 000 Patienten von der Parkinson-Krankheit betroffen und müssen mit ihr leben, und die angestrebte Reduktion der OFF-Zeit ist eine ständige Herausforderung für Ärzte. Opicapon ist eine wichtige, neue, einmal täglich zu verabreichende Behandlungsoption, die die Anforderungen an einen potenteren COMT-Hemmer erfüllt und Menschen mit der Parkinson-Krankheit Hoffnung gibt", sagte Professor Dr. med. Heinz Reichmann, Direktor der Abteilung für Neurologie und Dekan der medizinischen Fakultät der TU Dresden.

"Studien haben gezeigt, dass ONGENTYS® (Opicapon) eine effektive, einmal täglich zu verwendende Zusatztherapie sein kann, die jetzt in Deutschland zur Verfügung steht, dem Land, in dem BIAL vor kurzem eine Niederlassung eröffnet hat. Opicapon ist das Ergebnis eines langjährigen wissenschaftlichen Engagements und der Verpflichtung seitens BIALs der neurologischen Forschung gegenüber. Diese Markteinführung spiegelt auch BIALs zunehmende europäische Präsenz und die Mission des Unternehmens wider, für die Gesundheit der Menschen weltweit zu sorgen", sagte Antonio Portela, CEO von BIAL.

Die Zulassung von Opicapon durch die Europäische Kommission basiert auf einem klinischen Entwicklungsprogramm, in das 28 humanpharmakologische Studien mit mehr als 900 Patienten in 30 Ländern weltweit eingeflossen sind, die Opicapon eingenommen haben. Die zwei zentralen Phase-III-Studien BIPARK-I[2] und BIPARK-II[3] haben gezeigt, dass eine täglich einmalige Dosis von Opicapon eine absolute Verringerung der OFF-Zeit von 2 Stunden und einen statistisch signifikanten Anstieg der ON-Zeit ohne störende Dyskinesien im Vergleich zu Placebo (p = 0,002) erreicht.

BIPARK-I war eine aktiv-kontrollierte Studie und umfasste einen Entacapon-Arm: Eine Dosis von einmal täglich 50 mg Opicapon zeigte sich mindestens genauso wirksam wie Entacapon (statistisch nicht unterlegen), das mehrere Male pro Tag verabreicht wurde. Die Daten aus den Phase-III-Studien zeigten, dass Opicapon motorische Fluktuationen bei mit Levodopa behandelten Patienten verbesserte, unabhängig davon, ob Dopamin-Agonisten oder MAO-B-Hemmer begleitend verabreicht wurden. Die Einnahme von Opicapon war auch mit signifikanten Verbesserungen der Beurteilung des klinischen Eindrucks sowohl durch den Patienten selbst als auch durch den Arzt assoziiert. Es wurde ferner nachgewiesen, dass es in der gesamten Studienpopulation und in der Subgruppe von Patienten über 70 Jahre gut toleriert wurde und nicht mit elektrokardiographischen oder hepatischen Nebenwirkungen verbunden war.

Beide Phase-III-Studien umfassten eine 1 Jahr laufende unverblindete Extensionsphase. Opicapon zeigte dabei eine Reduktion der OFF-Zeit gegenüber Baseline, die über die unverblindete Phase hinweg beibehalten wurde. Innerhalb des Follow-up-Zeitraums von BIPARK-I von einem Jahr erreichten Patienten, die von Entacapon zu Opicapon wechselten, eine weitere Reduzierung der OFF-Zeit (zusätzliche Verringerung um 39 min; p = 0,0060 gegenüber Baseline) und eine nochmalige Verlängerung der ON-Zeit (Anstieg um weitere 46 min; p = 0,0148 gegenüber Baseline).

BIAL erwartet im kommenden Jahr zusätzliche EU-weite Markteinführungen von Opicapon. Das Unternehmen eröffnete vor kurzem Niederlassungen bei Frankfurt und London, um seine Strategie in Bezug auf die Internationalisierung und Vermarktung seiner Arzneimittel in diesen Ländern weiter zu stärken.

ONGENTYS® kann in Deutschland über die Med-X-Press, Goslar bezogen werden.

Morbus Parkinson ist eine chronisch-progrediente neurodegenerative Erkrankung. Die klinischen Symptome beginnen in der Regel ab einem Alter von 50 Jahren (Durchschnittsalter der Diagnose liegt bei etwa 60 Jahren), und die Prävalenz wird auf 300 pro 100 000 Einwohner geschätzt, mit einer Steigerung auf 1/100 bei einem Alter von über 55-60 Jahren. Der European Parkinson Disease Association (EPDA) nach leiden rund 6,3 Millionen Menschen weltweit an Morbus Parkinson. Nach verfügbaren Statistiken leben in Europa etwa 1,2 Millionen Menschen mit Morbus Parkinson, in Deutschland rund 260 000.

Über ONGENTYS® (Opicapon)  

Opicapon ist ein Catechol-O-Methyltransferase (COMT)-Inhibitor der dritten Generation. Es wurde mit dem Ziel entwickelt, eine hochwirksame, rein periphere und selektive COMT-Inhibition zu bieten und Zelltoxizität zu vermeiden [4].

Opicapon erhöht die Bioverfügbarkeit von Levodopa um bis zu 55 % gegenüber Placebo; dies resultiert in einer Dosis-abhängigen Verringerung der OFF-Zeit [5]. Die molekulare Struktur führt zu einer außergewöhnlich hohen Bindungsaffinität, die zu einer langsamen Komplexdissoziationsraten-konstante und einer langen Wirkungsdauer führt, was eine täglich einmalige Dosis ermöglicht [5].

Über die BIPARK-I-Studie  

BIPARK-I war eine randomisierte Phase-III-, doppelt verblindete, aktiv und Placebo-kontrollierte Wirksamkeits- und Sicherheitsstudie mit einer über 1 Jahr laufenden unverblindeten Extension bei mit Levodopa behandelten Patienten mit idiopathischer Parkinson-Krankheit und motorischen Fluktuationen.

Dabei wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von drei unterschiedlichen, einmal täglich zusätzlich zu Levodopa verabreichten Opicapon-Dosierungen (5, 25 und 50 mg) im Vergleich zu Entacapon (200 mg pro Einzeldosis) oder Placebo untersucht. Eine Dosis von einmal täglich Opicapon 50 mg war besser wirksam als Placebo und war Entacapon dabei nicht unterlegen.

An der Studie nahmen 600 Patienten aus 106 Studienzentren in Europa teil. Die Patienten waren zwischen 34 und 83 Jahre alt und hatten seit mindestens 3 Jahren eine Diagnose der idiopathischen Parkinson-Krankheit; sie waren in einem Hoehn-und-Yahr-Stadium von ≤ 3 (im ON-Zustand) eingestuft; sie mussten eine optimale Levodopa-Therapie (3-8 Tagesdosen) erhalten, stabil für mindestens 4 Wochen; sie hatten Anzeichen für eine End-of-Dose- Verschlechterung (Wearing-Off) seit mindestens 4 Wochen mit einer mittleren täglichen OFF-Zeit von 1,5 Stunden im Wachzustand, ausgeschlossen war die OFF-Zeit morgens vor der ersten Dosis;  sie hatten die Fähigkeit, genaue 24-Stunden-Tagebücher zu führen. Die Patienten wurden im Verhältnis 1 : 1 : 1 : 1 : 1 auf 5 mg, 25 mg oder 50 mg Opicapon, Entacapon bzw. Placebo randomisiert.

Der primäre Endpunkt war die mittlere Veränderung der absoluten OFF-Zeit gegenüber Baseline, gemessen anhand der 24-Stunden-Tagebücher. Die sekundären Endpunkte beinhalteten Anteil von Respondern, Bewertung der Veränderung des Krankheitszustands durch Ärzte und Patienten, UPDRS, Bewertung der Lebensqualität, nicht-motorische Symptome und Schlaf-Skalen, Verträglichkeit und Sicherheit. 90 % (542/600) der Patienten haben die Studie abgeschlossen.

Über die BIPARK-II-Studie  

BIPARK-II war eine randomisierte Phase-III-, doppelt verblindete, Placebo-kontrollierte Studie mit einer über 1 Jahr laufenden, unverblindeten Extension bei mit Levodopa behandelten Patienten mit idiopathischer Parkinson-Krankheit und motorischen Fluktuationen.

Dabei wurden Wirksamkeit und Sicherheit von zwei unterschiedlichen, einmal täglich zusätzlich zu Levodopa verabreichten Opicapon-Dosierungen (25 und 50 mg) im Vergleich zu Placebo bewertet. Die mittlere Reduktion der absoluten OFF-Zeit sowohl bei 25 mg als auch 50 mg Opicapon war größer als die in der Placebogruppe.

286 Patienten aus 69 multinationalen Studienzentren schlossen die Studie ab. Die Einschlusskriterien und Studienergebnisse (primäre und sekundäre Ergebnisse) bei Patienten waren ähnlich denen der BIPARK-I-Studie.

Über Morbus Parkinson  

Morbus Parkinson ist eine chronisch-progrediente neurodegenerative Erkrankung, die durch massive Depletion von striatalem Dopamin aufgrund einer Degeneration der dopaminergen Neuronen im Gehirn (Substantia nigra) charakterisiert ist.

Epidemiologische Hinweise deuten auf ein komplexes Zusammenspiel zwischen genetischer Anfälligkeit und Umweltfaktoren hin. Die klinischen Symptome beginnen in der Regel ab einem Alter von 50 Jahren (Durchschnittsalter bei Diagnose beträgt etwa 60 Jahre); die Prävalenz wird auf 300 pro 100 000 Einwohner geschätzt mit einer Steigerung auf 1/100 bei einem Alter von mehr als 55-60 Jahren.

Die Parkinson-Diagnose basiert auf einer klinischen Beobachtung. Die Diagnose kann bei Patienten gestellt werden, die mindestens zwei der drei Kardinalsymptome aufweisen: Zittern, Steifigkeit und verlangsamte Beweglichkeit. Tremor ist besonders wichtig, da dieses Symptom bei 85 % der Patienten mit Morbus Parkinson zu beobachten ist; eine Diagnose von Morbus Parkinson ist hingegen schwierig, wenn kein Zittern vorhanden ist. Andere häufige Symptome des Morbus Parkinson sind Haltungsinstabilität, Maskengesicht und vermindertes Augenzwinkern, gebückte Körperhaltung und verringertes Mitschwingen der Arme beim Gehen.

Über BIAL  

Im Jahre 1924 gegründet, hat sich BIAL als Mission gesetzt, therapeutische Lösungen im Bereich der Gesundheit zu erforschen, zu entwickeln und anzubieten. In den letzten Jahrzehnten hat sich BIAL strategisch auf Qualität, Innovation und Internationalisierung konzentriert.

BIAL besitzt neun Niederlassungen, und seine Produkte sind in Apotheken in mehr als 50 Ländern erhältlich. Seit April 2016 verfügt BIAL über eine eigene Filiale in Deutschland.

Als Partner der Wahl auch für viele Pharma-Unternehmen engagiert sich BIAL stark für therapeutische Innovation und investiert mehr als 20 % seines Umsatzes jährlich in Forschung und Entwicklung (Research + Development, R+D).

BIAL hat ein ehrgeiziges R+D-Programm entwickelt, das auf den Neurowissenschaften, das Herz-Kreislauf-System und die allergologische Immuntherapie aufbaut. BIALs innovative Programme in der Neurologie konzentrieren sich auf die klinische Weiterentwicklung seines Epilepsie-Medikaments ZEBINIX®/APTIOM® (Eslicarbazepin-Acetat) in Europa und den USA sowie von ONGENTYS® (Opicapon) im Kampf gegen die Parkinson-Krankheit.

Das Unternehmen geht davon aus, auch in den nächsten Jahren neue Medikamente und Impfstoffe auf den Markt zu bringen, seine Position weltweit zu stärken und dem Zweck des Unternehmens "Caring for your Health" ["Im Dienst Ihrer Gesundheit"] zu dienen.

Besuchen Sie für weitere Informationen über BIAL bitte die Site http://www.bial.com.

Referenzen:  

1 -    Ongentys® (Opicapon) SPC - Verfügbar über: http://www.ema.europa.eu/docs/de_DE/document_library/EPAR_-_Product_Information/human/002790/WC500209536.pdf  (Zugriff September 2016)

2 -    Ferreira JJ et al. Lancet Neurol 2016; 15 (2): 154 - 165

3 -    Lees A et al. J Neurol Sci 2013; 333, Suppl 1: e116.

4 -    Kiss LE et al. J Med Chem 2010; 53 (8):3396 - 3411.

5 -    Rocha JF et al., Eur J Clin Pharmacol 2014; 70: 1059 - 1071

6 -    Rocha JF et al. Br J Clin Pharmacol 2013; 76 (5): 763 - 775.

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