GSMA-Bericht zeigt, dass die Mobilfunkbranche das Wachstum in der arabischen Welt in beispiellosem Umfang fördert

12 Feb, 2013, 09:00 GMT von GSMA

- Eine neue Bewertung der Mobilfunkbranche macht die Notwendigkeit zusätzlicher Frequenzzuweisungen und eines transparenten Rechtsrahmens zur Förderung zukünftiger Investitionen sowie zur Schaffung von Arbeitsplätzen deutlich

DUBAI, Vereinigte Arabische Emirate, 12. Februar 2013 /PRNewswire/ -- Die GSMA veröffentlichte heute ihre erste umfassende Bewertung des Einflusses der Mobilfunkbranche in den arabischen Staaten(1) unter besonderer Beachtung des explosiven Wachstums der Mobilfunkdienste in der Region. Auf der Grundlage der Forschung von Deloitte legt das Arab States Mobile Observatory(2) der GSMA einen detailgenauen Bericht zum starken regionalen Wettbewerb und zu den sinkenden Gerätepreisen vor, was in den letzten 10 Jahren für ein durchschnittliches Jahreswachstum der mobilen Verbindungen von 32 Prozent gesorgt hat. Deren Anzahl stieg von 19 Millionen Anschlüssen 2002 auf 391 Millionen 2012.

Der Bericht hebt die außergewöhnliche Entwicklung der Region im vergangenen Jahrzehnt hervor und benennt die grundlegenden Herausforderungen, die das weitere Wachstum des Sektors in Gefahr bringen, darunter die begrenzte Verfügbarkeit von Frequenzen, hohe Steuern und eine erdrückende Bürokratie.

„Die mobile Kommunikation hat in den arabischen Staaten einen gesellschaftlichen Wandel mit sich gebracht und das Wachstum von Investitionen, Innovation und Produktivität erheblich gefördert", erklärte Tom Phillips, Chief Government and Regulatory Affairs Officer bei der GSMA. „Aber die Mobilfunkbranche kann der Region noch viel mehr bieten. Die Regierungen müssen jetzt handeln, um die Verfügbarkeit der Funkfrequenzen zu verbessern und den Rechtsrahmen zu stabilisieren, wenn sie den Aufschwung weiter nutzen und das volle Potenzial aus der Mobilbranche schöpfen möchten."

Wirtschaftliche Auswirkungen der Mobilbranche
Die rasante Entwicklung der mobilen Anwendungen hat der Region erhebliche wirtschaftliche Vorteile gebracht. Die Volkswirtschaften der arabischen Staaten haben direkt 132 Milliarden USD eingenommen, was rund 5,5 Prozent des gesamten BIP von 2011 entspricht(3).

Neben dem wirtschaftlichen Nutzen hat die Mobilfunkbranche auch für mehr Beschäftigung in der Region gesorgt. Allein 2011 wurden in den arabischen Staaten 1,2 Millionen Vollzeitjobs aufgrund der Verfügbarkeit von mobilen Technologien geschaffen. Diese Zahl stellt eine Kombination aus direkten Arbeitsplätzen bei Mobilfunkbetreibern, Arbeitsstellen in der Mobilfunkbranche und Arbeitsplätzen, die durch den positiven Effekt der Mobilfunkbranche auf andere Branchen entstehen, dar. Würden dem mobilen Breitbandbereich zusätzliche harmonisierte Frequenzen zugeteilt, könnten laut der Studie bis 2025 zusätzliche 5,9 Millionen Arbeitsplätze geschaffen werden.

Zusätzliche Frequenzen unbedingt erforderlich
Es wird erwartet, dass die mobilen Breitbandverbindungen in den arabischen Staaten bis 2017 um erstaunliche 255 Prozent steigen werden und sich somit von 40 Millionen 2011 auf 142 Millionen erhöhen werden, was den enormen Bedarf an mobilen Breitbanddiensten verdeutlicht. Die mobilen Breitbandanschlüsse haben die Festnetzanschlüsse bereits um mehr als 350 Prozent übertroffen.

Um die Verwendung und die Kapazitäten der Mobiltechnologie jedoch zu erweitern und die damit verbundenen wirtschaftlichen Vorteile zu nutzen, müssen die Regierungen in der Region dringend die geeigneten Frequenzen anbieten, die den international und regional harmonisierten Frequenzbändern entsprechen. Dazu gehört auch die digitale Dividende, das 2,6GHz- und 1,8GHz-Band.

Neue Frequenzen können das kombinierte BIP der Region zwischen 2015 und 2025 um 108 Milliarden USD(4) steigern. Die Harmonisierung der Frequenzbänder würde für die Gerätehersteller zu weiteren Skaleneffekten führen, was wiederum mehr Verbrauchern den Zugang zu erschwinglicher Mobiltechnologie bieten würde.

Santino Saguto, Partner Consulting, TMT-Leiter für Deloitte im Nahen Osten, erklärte: „Die Mobilfunkverbreitung hat in den letzten Jahren stark zugenommen und liegt jetzt in vielen der arabischen Staaten bei weit über 100 Prozent. Um jedoch der erwarteten Nachfrage nach einer neuen Generation von Diensten gerecht zu werden, müssen die Regierungen auch weiterhin die Entwicklung des mobilen Breitbands unterstützen, insbesondere durch die Bereitstellung geeigneter Frequenzen. Die aktuellen Frequenz-Zuweisungen sind nicht in der Lage, das potenzielle Wachstum im Datenverkehr zu unterstützen und werden, sollten sie nicht erhöht werden, höchstwahrscheinlich zu einer Erhöhung der Bereitstellungskosten führen, Investitionsentscheidungen erschweren und Netzwerküberlastungen zur Folge haben."

Mehr Rechtssicherheit erforderlich
Die Studie weist auch darauf hin, wie dringend die Regierungen das Steuer- und Regulierungssystem für den Mobilbereich in der gesamten Region überarbeiten müssen. Regelungen zur Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) mit einem flexiblen Rechtsrahmen fördern Investitionen von Mobilfunkbetreibern in Datendienste der nächsten Generation in der gesamten Region.

Hohe Verbrauchssteuern auf Produkte und Dienstleistungen im Bereich der Mobiltechnologie bremsen die Entwicklung des Sektors und machen die Angebote weniger erschwinglich, was wiederum die Nutzeranzahl reduziert und den ärmsten Teilen der Bevölkerung den Zugang zu Mobilfunkdiensten verwehrt. Eine Reihe von Ländern in der Region, darunter Ägypten, Jordanien und Marokko, erheben als Folge von mobilspezifischen, sogenannten „Luxus"-Steuersätzen extrem hohe Steuern auf Mobilfunkdienste.

Wären die Frequenzbedürfnisse erfüllt und Rechtssicherheit geboten, hätten die Regierungen die große Chance, zusätzliche Einnahmen in erheblichem Umfang aus der Mobilfunkbranche zu generieren. Diese könnten sich bis 2025 potenziell auf 528,7 Millionen USD im arabischen Nahen Osten und auf 383,7 Millionen USD in Nordafrika belaufen.

Weiter erklärte Phillips: „Die Mobilfunkbranche in den arabischen Staaten leistet ganz klar einen wichtigen Beitrag zu Gesellschaft und Wirtschaft. Ihr Potenzial, einen noch größeren Beitrag zum Erfolg und Wachstum der Region zu leisten, könnte mittels der Bereitstellung mobiler Daten und mobiler Breitbanddienste ausgeschöpft werden. Diese Möglichkeit kann umgesetzt werden, indem die zentralen Themen wie die Verfügbarkeit von Frequenzen, die Steuerpolitik sowie Investitionen in das Netz und die Schaffung eines transparenten, geschäftsfreundlichen Rechtsrahmens in Angriff genommen werden."

Den Bericht finden Sie auf: www.gsma.com/MO

Hinweise an die Redaktion:
(1) Die „arabischen Staaten" sind in diesem Bericht als folgende Länder definiert: Bahrain, Irak, Jordanien, Kuwait, Libanon, Oman, Palästina, Katar, Saudi-Arabien, Syrien, Vereinigte Arabische Emirate, Jemen (Arabischer Naher Osten) sowie Algerien, Ägypten, Libyen, Marokko, Tunesien, Sudan und Südsudan (Nordafrika).

(2) Dieser von Deloitte für die GSMA durchgeführte Bericht ist der erste GSMA-Beobachterbericht zum Mobilmarkt, der sich auf die arabischen Staaten konzentriert. Er bietet einen Überblick über die mobile Kommunikationsbranche im arabischen Nahen Osten und in Nordafrika. Der Bericht beinhaltet die jüngsten Statistiken und Entwicklungen auf dem Mobilmarkt und stellt eine bedeutende Referenz für Mitglieder der Mobilbranche, politische Entscheidungsträger und andere Interessengruppen dar. Er behandelt den aktuellen Stand der Branche, darunter die Wettbewerbsentwicklung, Produktinnovationen, Dienstleistungen und Technologien, ebenso wie den Beitrag der Branche zum sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungsprozess in der Region.

(3) Die gesamten wirtschaftlichen Auswirkungen der Mobilfunkbranche lagen 2011 bei 98,1 Milliarden USD im arabischen Nahen Osten und bei 34,1 Milliarden USD in Nordafrika, was sich auf ein BIP in Höhe von jeweils 6,2 und 4.9 Prozent beläuft.

(4) 57,5 Milliarden USD im arabischen Nahen Osten und 50,5 Milliarden USD in Nordafrika.

Informationen zur GSMA
Die GSMA vertritt die Interessen von Mobilfunkgesellschaften weltweit. Sie vereint über 220 Länder hinweg fast 800 Mobilbetreiber in aller Welt sowie mehr als 230 Unternehmen im weitläufigeren mobilen Geschäftsbereich, einschließlich Handset-Hersteller, Software-Unternehmen, Zubehörlieferanten und Internet-Unternehmen sowie Organisationen aus den Branchen Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen, Medien, Verkehr und Versorgung. Die GSMA organisiert außerdem branchenführende Veranstaltungen wie den Mobile World Congress und die Mobile Asia Expo.

Weitere Informationen finden Sie auf der GSMA-Unternehmenswebseite auf www.gsma.com oder Mobile World Live, dem Onlineportal für die Branche der Mobilkommunikation auf www.mobileworldlive.com

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