GSMA: Die Einführung von mHealth könnte die jährlichen Gesamtausgaben des europäischen Gesundheitswesens bis 2017 um fast 100 Milliarden Euro senken

05 Jun, 2013, 21:15 BST von GSMA

- mHealth kann den Lebensstil verbessern, die Fernbehandlung von chronischen Erkrankungen ermöglichen und Gesundheitsdienstleistern das nötige Rüstzeug bieten, um bessere klinische Entscheidungen zu treffen

LONDON, 5. Juni 2013 /PRNewswire/ -- Die GSMA veröffentlichte heute eine Forschungsarbeit, in der die beträchtlichen sozioökonomischen Auswirkungen der Einführung von mHealth in Europa veranschaulicht werden. Aus den Forschungsergebnissen geht hervor, dass mithilfe von mHealth innerhalb der EU bis 2017 Gesundheitskosten in Höhe von fast 100 Milliarden € eingespart und das BIP um 93 Milliarden € gesteigert werden könnte. Überdies deutet der in Kooperation mit PwC ausgearbeitete neue GSMA-Bericht darauf hin, dass die Gesundheitssysteme der EU mithilfe von mHealth-Lösungen bis 2017 Folgendes erreichen können, wenn sie deren Potenzial voll ausschöpfen:

Riesige Kosteneinsparungen erkennen

  • Senkung der EU-weiten Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben für Patienten, die von mHealth-Lösungen profitieren, um 18 Prozent bzw. 537 €
  • Reduzierung der Pflegekosten bei chronischen Erkrankungen um 30 bis 35 Prozent durch verbesserte Therapietreue und Patienten-Fernüberwachung

Den Lebensstil verbessern

  • 185 Millionen Patienten dabei helfen, ein gesünderes Leben zu führen und ihre zusammengenommene Lebenserwartung um 158.000 Jahre zu verlängern
  • Fast 23 Millionen Menschen, die bereits an einer chronischen Krankheit leiden oder Gefahr laufen, eine solche zu entwickeln, die Möglichkeit bieten, durch Präventivmaßnahmen und einen verbesserten Lebensstil besser mit ihrer Erkrankung umzugehen
  • 9,4 Millionen Menschen, die Gefahr laufen, eine chronische Erkrankung zu entwickeln, Zugang zu einer früheren Diagnose bieten, und 11 Millionen chronisch kranken Patienten sowie neun Millionen älteren Patienten die Möglichkeit bieten, Fernbehandlungen und Fernüberwachungen in Anspruch zu nehmen

Die Ressourceneffizienz erhöhen

  • 24,5 Millionen zusätzlichen Patienten eine Behandlung ermöglichen, ohne mehr Ärzte oder neue Gesundheitseinrichtungen zu benötigen
  • Dem Ärztemangel innerhalb der EU entgegenwirken, indem Ärzten bis 2017 insgesamt 42 Millionen Arbeitstage erspart werden, wodurch 126 Millionen zusätzliche Patienten behandelt werden können
  • Mehr als 18 Millionen Patienten, die bereits an chronischen Krankheiten leiden oder Gefahr laufen, eine solche zu entwickeln, dabei unterstützen, ein gesünderes Leben zu führen und die eigene Produktivität zu steigern, wodurch sich das BIP der EU um jeweils 5.139 € (93 Milliarden € insgesamt) erhöhen würde

„Das immer häufigere Auftreten chronischer Erkrankungen, die verhältnismäßig hohen Gesundheitskosten und die alternde Bevölkerung sind dafür verantwortlich, dass zahlreiche EU-Länder derzeit eine Ressourcenkrise im Gesundheitswesen erleben, zu deren Lösung die Mobilfunktechnologie einen Beitrag leisten kann", so Michael O'Hara, Chief Marketing Officer der GSMA. „Ein besserer Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen und die mit mHealth verbundenen Kosteneinsparungen werden den Wirtschaftsräumen der EU dabei helfen, Gesundheitssysteme nachhaltiger und effektiver zu gestalten. Dennoch haben die Regulierungsstellen und Landesregierungen innerhalb der EU noch viel Arbeit vor sich, um Anreize für die Einführung von mHealth zu schaffen und derartige Ansätze zum Wohle aller Bürger der Region gezielt zu fördern und voranzutreiben."

Hindernisse bei der Einführung überwinden
Wenn die zahlreichen regulatorischen, ökonomischen, strukturellen und technologischen Hürden, die der kommerziellen Einführung und flächendeckenden Verbreitung von mHealth im Wege stehen, nicht aus der Welt geschafft werden, könnte dies zur Folge haben, dass das mHealth-Potenzial bis 2017 nur zu etwa 10 Prozent ausgeschöpft würde. Die verschiedenen Vorteile würden so nur zu fünf Prozent ihres eigentlichen Potenzials ausgeschöpft. Dies würde bedeuten:

  • Anstatt der vorhergesagten Einsparungen in Höhe von fast 100 Milliarden € bis ins Jahr 2017 würden die Kosteneinsparungen im Gesundheitsbereich der gesamten EU auf 6,6 Milliarden € beschränkt.
  • Das BIP der EU würde im Vergleich zur potenziellen Steigerung von 93 Milliarden € bis ins Jahr 2017 nur um 6,5 Milliarden € steigen.
  • Anstatt der potenziell 185 Millionen Patienten, die von mHealth profitieren würden, wäre dies nur bei 11,2 Millionen Patienten der Fall.

Landesregierungen, Regulierungsstellen und Kostenträger wie beispielsweise Versicherungsunternehmen haben es nun selbst in der Hand, das mHealth-Potenzial voll auszuschöpfen, eine geeignete wachstumsfördernde Umgebung zu schaffen und den Weg für die Einführung von mHealth zu ebnen. Zu den Schlüsselaktionen, die diese Einführung vorantreiben könnten, zählen folgende:

  • Integration von mHealth in die landesweiten Gesundheitsstrategien der EU-Länder, um die Entwicklung von mHealth-Services den länderspezifischen Prioritäten im Gesundheitsbereich unterzuordnen
  • Ausarbeitung von Grundsätzen und Rahmenregelungen, die zur Einführung innovativer mHealth-Lösungen förderlich sind, bezüglich der Zertifizierung und Vorgehensweise bei der Markteinführung für Klarheit sorgen und zeitgleich Vertrauen, Qualität und Sicherheit für Endverbraucher gewährleisten
  • Schaffung innovativer und nachhaltiger Anreize, die Gesundheitsdienstleister und Patienten zum Umstieg auf mHealth-Lösungen animieren
  • Bewusstseinsbildung und Aufklärungsarbeit in Bezug zu mHealth unter Gesundheitsfachkräften, Patienten und Verbrauchern

Zur wirksamen Umsetzung dieser Empfehlungen drängt die GSMA alle wichtigen Interessengruppen, rasch zu handeln und einen Beitrag zur Realisierung der potenziellen mHealth-Vorteile zu leisten, um den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen im Gesundheitsbereich der EU-Länder zu entsprechen.

Besuchen Sie die folgende Website, um sich den Bericht anzusehen und nähere Informationen über das mHealth-Programm der GSMA zu erhalten: www.gsma.com/connectedliving/socio-economic-impact-of-mhealth.

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Die GSMA vertritt die Interessen von Mobilfunkbetreibern aus aller Welt. In über 220 Ländern vereint die GSMA fast 800 weltweite Mobilfunkbetreiber und mehr als 230 Unternehmen aus dem erweiterten Umfeld des Mobilfunks, darunter Mobilgerätehersteller, Softwareunternehmen, Ausrüstungshersteller und Internetunternehmen sowie Unternehmen aus verschiedensten Branchensektoren wie beispielsweise Finanzdienstleistungen, Gesundheit, Medien, Transport und Energieversorgung. Die GSMA organisiert außerdem branchenweit führende Veranstaltungen wie beispielsweise den Mobile World Congress und die Mobile Asia Expo. 

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