GSMA fordert Industrie und Regierungen auf, mithilfe der nächsten Generation mobiler Technologien ein vernetztes Europa zu schaffen

28 Nov, 2012, 14:52 GMT von GSMA

- Mobilfunkdienste haben das Potenzial, in den verschiedensten Sektoren Wachstum, Innovation, Beschäftigung und Nachhaltigkeit zu treiben; Partnerschaften sind jetzt für die Maximierung der Chancen Europas entscheidend

BRÜSSEL, 28. Nov. 2012 /PRNewswire/ -- Die GSMA unterstreicht heute den dringenden Bedarf bei der Zusammenarbeit der europäischen Industrie und Regierungen hinsichtlich der Nutzung des Potenzials der Mobilfunkkommunikation für die Entwicklung von Wachstum, die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Stimulierung von Innovation und die Verbesserung von Nachhaltigkeit. Die GSMA-Konferenz Connected Europe [Vernetztes Europa] beleuchtet, wie Mobilfunkdienste wichtige Sektoren Europas, einschließlich Transport, Gesundheitswesen und Versorgungseinrichtungen revolutionieren können. Ebenso wird untersucht, wie ein geeigneter politischer Rahmen in Europa die Ausrollung und Akzeptanz neuer Mobilfunkdienste beschleunigen kann, die der Region sozioökonomische Vorteile bringen. Trotz der Rückschläge, welche die europäische Mobilfunkbranche in Form rückläufiger Umsätze hinnehmen musste, die sich auf künftige Investitionen auswirken werden, bleibt die Mobilfunkkommunikation mit einem Umsatz von ca. 174 Milliarden Euro (1) eine wichtige europäische Branche, die etwa gleich groß wie die Luft- und Raumfahrtindustrie und größer als die Pharmaindustrie ist.

Bekannte Persönlichkeiten aus der Telekommunikations-, Automobil- und Energiebranche sowie aus dem Gesundheits- und Erziehungswesen werden in einer Reihe exklusiver Keynotes und Podiumsdiskussionen diese Entwicklung mit hochrangigen Vertretern der EU-Institutionen beleuchten. Zu den Rednern gehören Anne Bouverot, Director General, GSMA, Thibaut Kleiner, Kabinettsmitglied von Vizepräsidentin Neelie Kroes, Europäische Kommission, Karsten Ottenberg, CEO, Giesecke & Devrient, und Morten Karlsen Sorby, Executive Vice President und Head of Strategy and Regulatory Affairs, Telenor Group.

Anne Bouverot, Director General, GSMA, erklärte: „Europa erlebt eine Reihe aufeinander folgender Wellen mobiler Konnektivität. Die erste Welle - der europäische Erfolg bei GMS - verband die Menschen unterwegs. Die zweite Welle brachte hunderten Millionen Europäern und Unternehmen das mobile Breitband mit immer höheren Geschwindigkeiten. Jetzt sehen wir die dritte Welle, bei der Mobilfunknetze die Konnektivität der unterschiedlichsten Geräte ermöglichen, von Gesundheitsmonitoren und intelligenten Messgeräten bis hin zu angeschlossenen Fahrzeugen, und somit die gesamte Industrie und das Leben der Menschen verändern."

Die Auswirkung des Mobilfunks in Europa

Europa hat die höchste Mobilfunkverbreitung in der Welt. Im Jahr 2012 betrug die Anzahl der Anschlüsse 135 Prozent (verglichen mit 87 Prozent in Asien und 108 Prozent in Nordamerika) und man geht davon aus, dass diese bis 2017 auf 152 Prozent steigen wird. Die Durchdringung von Mobilfunkdiensten bei eigenständigen Abonnenten (Unique Subscribers) beträgt derzeit in der Region 76 Prozent und sie sollte bis 2017 auf 80 Prozent steigen (2).

Bis zum Ende des Jahrzehnts werden in Europa 2,1 Milliarden Mobilfunkverbindungen erwartet, eine Steigerung um mehr als 60 Prozent von den derzeit 1,3 Milliarden (3). Fortschrittliche mobile Breitbandnetze liefern höhere Datenraten, geringere Latenz und größere Abdeckung, wobei es derzeit alleine in Europa 326 Millionen Breitbandanschlüsse gibt (4).

Die Zahl der mobilen, verbundenen Geräte sollte bis 2020 auf nahezu 1 Milliarde hochschnellen, wobei die Gesamtanzahl der angeschlossenen Geräte geschätzte knapp 6 Milliarden erreichen wird. Der erwartete Gesamtumsatz der Schlüsselindustrien Europas durch Mobilfunkvernetzung schließt bis 2020 pro Jahr im Gesundheitswesen nahezu 23 Milliarden Euro, bei intelligenten Städten und Versorgungsunternehmen 46 Milliarden Euro und im Automobil- und Transportsektor 48 Milliarden Euro ein.

Die wichtigsten Herausforderungen der EU meistern

Die Mobilfunkbranche hat nunmehr das Potenzial, die vier wichtigsten Herausforderungen der EU zu meistern:

  1. Entwicklung von Wachstum durch Investitionen in Netze, Schaffung von Arbeitsplätzen und Leistung von Beiträgen zu öffentlichen Finanzen, z. B. durch Steuern und Lizenzgebühren, sowie durch Veränderungen in anderen Branchen;
  2. Schaffung weiterer Beschäftigungsmöglichkeiten zusätzlich zu den bereits etwa 1,7 Millionen für europäische Bürger geschaffenen Arbeitsplätzen;
  3. Bereitstellung einer Plattform und Beschleunigung von Innovation in allen Sektoren und in der Wirtschaft insgesamt; und
  4. Unterstützung von Nachhaltigkeit durch die Beschränkung der eigenen Kohlendioxidemission und Hilfe bei der Verringerung der Kohlenstoffbilanzen anderer Branchen (5)

Realisierung eines vernetzten Europas

Privatinvestitionen, Unternehmergeist und Innovation sind für den Aufbau eines vernetzten Europas im Rahmen von Partnerschaften innerhalb der Industriesektoren und zwischen Industrie und Regierungen unumgänglich. Die Institutionen der EU können jedoch die vollständige und beschleunigte Entwicklung eines vernetzten Europas mithilfe unterstützender Maßnahmen und regulatorischer Ansätze ermöglichen, welche die wesentlichen Forderungen der europäischen Mobilfunkindustrie ansprechen:

Konnektivität - Investitionen in mobile Breitbandnetze ermutigen und Hindernisse bei deren Ausrollung reduzieren

  • Beschleunigung der harmonisierten Ausrollung von verfügbarem Spektrum in allen Mitgliedsstaaten und Identifizierung von neuem Spektrum für die nächste Generation der Mobilfunknetze
  • Unterstützung bei der Beschränkung der Ausbaukosten von Netzen durch die Genehmigung der gemeinsamen Nutzung von Infrastruktureinrichtungen auf kommerzieller Basis, Förderung nationaler bewährter Praktiken für die Lizenzierung und Genehmigung von Basisstationen, und Sicherstellung, dass EMF-relevante Maßnahmen den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation entsprechen
  • "Auffüllen" von Lücken in der Breitbandabdeckung durch Ergänzung von Investitionen des privaten Sektors mit öffentlichen Mitteln und durch finanzielle Unterstützung

Inhalt und Dienstleistungen - Ermöglichung der Entwicklung von innovativem Inhalt und innovativen Diensten und Geschäftsmodellen

  • Unterstützung der branchenweiten Zusammenarbeit bei der Bereitstellung interoperabler, paneuropäischer Dienste, welche die Realisierung von Chancen durch Marktgröße für die gesamte Wirtschaft erlauben
  • Sicherstellung der anhaltenden Kontrolle des Datenverkehrs durch die Betreiber, damit diese innovative Dienste anbieten können, die funktionieren und jene Dienstleistungsqualität liefern, die von Verbrauchern und Unternehmen erwartet wird
  • Aktualisierung der paneuropäischen Lizenzierungsvorschriften, um neue Geschäftsmodelle für Inhaber von Rechten und kommerzielle Nutzer sowie attraktiven Inhalt für Konsumenten zu ermöglichen

Vertrauen - Unterstützung beim Aufbau von Konsumentenvertrauen in neue Dienste und deren Akzeptanz

  • Aktualisierung der EU-Datenschutzbestimmungen, sodass diese für den Konsumenten klar und in der gesamten Wertschöpfungskette des Molbilfunk-Ökosystems einheitlich und flexibel genug für potenzielle, künftige Risiken sind, aber gleichzeitig Innovation ermutigen
  • Anhaltende Unterstützung von Selbstregulierungsinitiativen der Mobilfunkbranche beim Jugendschutz in Bereichen wie elterlicher Kontrolle, Ausbildung und Bewusstsein sowie bei Online-Bildern über den Missbrauch von Kindern
  • Förderung und Priorisierung von Initiativen zur Entwicklung von eSkills und Steigerung der digitalen Kompetenz

Bouverot fügte hinzu: „Europa war seit dem Beginn der Mobilfunkkommunikation innovativ und führend, obwohl diese Führungsposition in den vergangenen Jahren schwächer geworden ist. Die dritte Mobilfunkwelle und die Bereitstellung von vernetzten Diensten sind eine nennenswerte Chance für künftiges Wachstum. Ich wünsche mir, dass die Mobilfunkbranche und die europäischen Institutionen einen politischen Handlungsrahmen einführen, der die führende Position Europas in dieser hochinteressanten Branche aufrechterhält."

Die Veranstaltung Connected Europe schließt ebenfalls Connected Living [vernetztes Leben] ein, ein Showcase mit interaktiven Live-Darbietungen und hochgradig visuellen Fallstudien, die aufzeigen, wie der Mobilfunk Unternehmen, Erziehung, Gesundheitswesen, Versorgungsunternehmen und Transport verändert.

Connected Europe: Supporting Growth with Mobile [Wachstum durch Mobilfunk unterstützen] findet in L'Arsenal und La Chaufferie in Brüssel am Mittwoch, dem 28. November 2012 von 13:30-18:30 Uhr statt.

- ENDE -

Hinweise für Redakteure

(1) Quelle: GSMA European Mobile Observatory 2011

(2) Quelle: GSMA Wireless Intelligence – research on global mobile subscriptions penetration, October 2012 [GSMA Drahtlos-Informationen - Studie über die weltweite Durchdringung des Mobilfunks, Oktober 2012]

(3) Die Quelle für alle Daten in Zusammenhang mit vernetzten Mobilfunkgeräten, allen vernetzten Geräten, Umsätzen von Schlüsselbranchen und wichtigen Betreibern ist Machina Research (November 2012)

(4) Quelle: GSMA Wireless Intelligence (November 2012)

(5) Zusammenfassung der potenziellen Auswirkung der Mobilfunkbranche auf Europas vier wichtigste Ziele für 2020:

Wachstum

  • Betreiber von Mobilfunknetzen investieren jährlich Milliarden in die Bereitstellung von Netzkapazität und -abdeckung, um mit dem rapide steigenden Niveau des Datenverkehrs Schritt halten zu können
  • Mit der Fähigkeit, Nutzungsinformationen in Echtzeit zu erfassen und Fernbedienung zu bieten, kann Mobilfunkkonnektivität eine breite Palette an Geräten, Maschinen und Fahrzeugen leistungsfähiger und ressourceneffizienter machen
  • Eingebettete Mobilfunkkonnektivität wird durch die Befähigung neuere Geschäftsmodelle und die Eröffnung neuer Markt- und Umsatzchancen in zahlreichen Sektoren einen weiteren Wachstumsimpuls bieten

Beschäftigung

  • Die Mobilfunkbranche beschäftigt in der Europäischen Union direkt 370.000 Menschen und unterstützt weitere geschätzte 1,7 Millionen Arbeitsplätze (2010)
  • Sie spielt zusätzlich bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze eine wichtige Rolle, in dem sie neu gegründeten Unternehmen hilft, in Kontakt mit Millionen von potenziellen Partnern und Kunden zu treten, und sie schafft Umsatz- und Wachstumschancen in anderen Sektoren
  • Der Mobilfunk hat bei der Vernetzung sozioökonomisch benachteiligter Gruppen mit Dienstleistungen und digitalen Chancen, einschließlich mEducation, eine wichtige Rolle gespielt und wird sie auch weiterhin spielen

Innovation

  • Die Mobilfunkbranche investiert unvermindert stark in Innovation, wie aus den laufenden Verbesserungen bei Kapazität, Abdeckung und Zuverlässigkeit von Mobilfunknetzen ersichtlich ist
  • Diese schnellen, überall vorhandenen, sicheren und interoperablen Netze bieten die für die Initiierung von spannendem Inhalt und Serviceinnovation erforderliche Geschwindigkeit, Ausbreitung und Größe
  • Eingebettete Mobilfunkkonnektivität wird auch weiterhin Innovationschancen in zahlreichen Sektoren bieten

Nachhaltigkeit

  • Mobilfunktechnologien werden für die Reduzierung der Treibhausgasemissionen und Kosten in einer breiten Palette von Sektoren eingesetzt, da sie intelligentes Verkehrsmanagement, Logistik, intelligente Stromnetze und -messgeräte sowie intelligente Gebäude ermöglichen
  • Die Mobilfunkbranche hat nennenswerte Bemühungen zur Reduzierung von Kohlendioxidemissionen unternommen und die GSMA hat im Jahr 2010 den Energy Efficiency Benchmarking Service [Benchmarkservice für Energieeffizienz] eingeführt, der Betreibern eine Messgröße für die Netzenergieeffizienz bietet
  • Das GSMA 2012 Green Manifesto zeigt, dass der Mobilfunk vom Menschen verursachte Treibhausgasemissionen in anderen Sektoren um das bis zu Vier- bis Fünffache der Kohlenstoffbilanz der Mobilfunkbranche selbst reduzieren kann

Über die GSMA

Die GSMA vertritt die Interessen der Mobilfunkanbieter weltweit. Aus mehr als 220 Ländern vereint die GSMA nahezu 800 der weltweit führenden Mobilfunkbetreiber mit über 230 Unternehmen aus vor- und nachgelagerten Branchen im mobilen Ökosystem, darunter Mobiltelefonhersteller, Softwareunternehmen, Ausrüstungsanbieter und Internetunternehmen sowie Organisationen in Branchen wie Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen, Medien, Transport und Versorgungsunternehmen. Die GSMA organisiert zudem branchenweit führende Veranstaltungen, wie den Mobile World Congress und die Mobile Asia Expo.

Für weitergehende Informationen besuchen Sie bitte die Unternehmenswebsite der GSMA unter www.gsma.com oder das Onlineportal der Mobilfunkbranche, Mobile World Live, unter www.mobileworldlive.com 

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