International College of Neuropsychopharmacology (CINP) ruft staatliche Stellen auf, den "besorgniserregenden" Trend umzukehren, dass für die 10 % an Gehirnkrankheiten leidenden Menschen weltweit keine neuen Medikamente angeboten werden

01 Dez, 2014, 12:00 GMT von The International College of Neuropsychopharmacology (CINP)

EAST KILBRIDE, Schottland, December 1, 2014 /PRNewswire/ --

Das Internationale Kollegium für Neuropsychopharmakologie (International College of Neuropsychopharmacology, CINP) hat heute eine Abhandlung in der Fachzeitschrift Nature Reviews Drug Discovery veröffentlicht, in der die von den staatliche Stellen zu ergreifenden Maßnahmen dargelegt werden, um dem Mangel an neuen Medikamenten für Krankheiten des zentralen Nervensystems (CNS) zu begegnen.

CNS-Krankheiten und vor allem Störungen der geistigen Gesundheit stellen im 21. Jahrhundert ein nicht anerkanntes Problem dar[i]. Gegenwärtig sind mindestens 10 % der Weltbevölkerung von einer Störung der geistigen Gesundheit betroffen. Im Jahr 2010 litten nahezu 700 Millionen Menschen an einer psychischen Störung[ii]. Die geschätzten wirtschaftlichen Kosten von Störungen der geistigen Gesundheit beliefen sich 2010 weltweit auf ungefähr 2,5 Billionen US-Dollar. Für 2030 werden Kosten in Höhe von 6 Billionen US-Dollar vorhergesagt[iii].

Dr. Peter Andersen vom Innovationsfonds aus Dänemark, einer der leitenden Autoren der Abhandlung, erklärte: "Jeder dritte Mensch entwickelt eine Gehirnstörung, doch die Mehrheit der Menschen ist sich der Häufigkeit von Gehirnerkrankungen und der Belastung, die sie für die Gesellschaft darstellen, nicht bewusst. Trotz des klaren Stellenwerts der Forschung auf diesem Gebiet wird die geistige Gesundheit jedoch aus Investorensicht zunehmend ignoriert, was einen Mangel an neuartigen Medikamenten in der Pipeline für Gehirnkrankheiten zur Folge hat."

Professor Anthony Phillips, der ehemalige Vorsitzende des CINP und ebenfalls einer der leitenden Autoren der Abhandlung, sagte: "Wenngleich einige Leute der Meinung sind, dass die therapeutischen Ziele bei Gehirnkrankheiten schon vollständig untersucht worden sind, ist dies keineswegs der Fall, und es ist noch sehr viel Forschungsarbeit nötig, um selbst die grundlegende Biologie des Gehirns zu begreifen. Es ist allgemein bekannt, dass viele zurzeit verwendete Medikamente gravierende Mängel aufweisen, was eine bedeutende Möglichkeit bietet, Präparate basierend auf neuen Zielen zu entwickeln, die der Problematik der geringen Wirksamkeit und schlechten Verträglichkeit begegnen. Aus diesem Grund hat das CINP einen Maßnahmenplan erarbeitet, um eine bessere Zusammenarbeit zwischen Investoren, Forschern, Aufsichtsbehörden und Kostenträgern im Hinblick auf neue Partnerschaften zu ermöglichen, um die Entwicklung von Medikamenten für CNS-Krankheiten beschleunigen."

CINP organisierte ein Gipfeltreffen der führenden Kräfte im Bereich der CNS-Krankheiten, um das Fehlen neuer Medikamente in der Pipeline anzusprechen. Das Ergebnis des Gipfeltreffens war das CINP-Weißbuch mit dem Titel "Innovative partnerships to accelerate CNS drug discovery for improved patient care", das staatlichen Stellen in der EU, in Nordamerika, Japan und anderen Ländern Empfehlungen gibt, wie sie den enormen ungedeckten Bedarf an besseren Behandlungen für Gehirnkrankheiten erfüllen können.

Das CINP-Weißbuch stellt einen 10-Punkte-Maßnahmenplan auf, um es Unternehmen und Forschern zu ermöglichen, den wissenschaftlichen Fortschritt zu nutzen, um innovative Medikamente zu entwickeln, mit denen die Lebensqualität von an Gehirnkrankheiten leidenden Menschen verbessert und die Belastung des Gesundheitswesens verringert werden kann.

Redaktionelle Hinweise  

Über das CINP-Weißbuch  

Das CINP-Weißbuch mit dem Titel "Innovative partnerships to accelerate CNS drug discovery for improved patient care" (Innovative Partnerschaften zur Beschleunigung der Entdeckung von CNS-Medikamenten zur besseren Versorgung von Patienten) wurde im Anschluss an das Gipfeltreffen des CINP entwickelt, das im November 2013 in München, Deutschland, abgehalten wurde und bei dem Möglichkeiten besprochen wurden, wie man die Erforschung von CNS-Medikamenten beschleunigen könne.

Die leitenden Autoren des CINP-Weißbuchs waren Dr. Peter Andersen vom Innovationsfonds Dänemark und Professor Anthony Phillips, der ehemalige Vorsitzende des CINP. Zu den Autoren der Fachbeiträge im Weißbuch zählten: Dr. Richard Moscicki, FDA, USA; Professor Barbara Sahakian, Cambridge University, Vereinigtes Königreich; Professor Rémi Quirion, Fonds de Recherche du Québec, Kanada; Dr. Ranga Krishnan, Duke NUS, USA; und Dr. Tim Race, Deutsche Bank, Vereinigtes Königreich.

Das vollständige CINP-Weißbuch steht unter http://cinpwhitepaper.cinp.org/ zur Verfügung.

Über CINP  

CINP (Collegium Internationale Neuro-Psychopharmacologicum) ist die weltweite Organisation der Psychopharmakologie. Es ist eine Mitgliedsorganisation, die sich breiter Unterstützung aus aller Welt erfreut. Das CINP sieht seine Aufgabe darin, auf internationaler Ebene zum wissenschaftlichen Studieren und Lehren sowie zur Anwendung der Neuropsychopharmakologie aufzurufen und sie zu fördern. Der Verband berät und bietet Hilfestellung bei der Bewertung aller Aspekte von neuropsychiatrischen Medikamenten, unter anderem bei Fragen zur Biochemie, Pharmakologie, Sicherheit und therapeutischen Wirksamkeit. Durch diese Tätigkeiten möchte der Verband Forschungsaktivitäten verbessern und vorantreiben und somit zu einer besseren Versorgung der Patienten beitragen.  Weitere Informationen finden Sie auf der CINP-Website: http://cinp.org/home/

Medienanfragen

CINP-Sprecher aus Europa, Asien und Nordamerika stehen für eine Stellungnahme zur Verfügung.

i. Race T., Parkes R., Clark M. Psychiatric disorders: The 21st century health challenge. Deutsche Bank Markets Research. Deutsche Bank A/G London 2013

ii. Patel V & Saxena S. Transforming lives, enhancing communities - innovations in global mental health. N Engl J Med. 2014; DOI: 10.1056/NEJMp1315214

iii. Bloom DE, et al. The global economic burden of non-communicable diseases. 2011. Genf: World Economic Forum

QUELLE The International College of Neuropsychopharmacology (CINP)