Mobilfunkbetreiber Lateinamerikas sagen Diebstahl von Mobilgeräten den Kampf an

17 Jul, 2012, 19:00 BST von GSMA

- Dreizehn lateinamerikanische Betreiberkonzerne aus der Mobilfunkbranche verpflichten sich zu regionaler Zusammenarbeit, um die Nutzung gestohlener Geräte gemeinsam zu verhindern

LONDON, 17. Juli 2012 /PRNewswire/ -- GSMA Latin America gab heute bekannt, dass die größten Funknetzbetreiber (MNO) Lateinamerikas mit den Landesregierungen der Region kooperieren und gemeinsame Initiativen umsetzen werden, um den Diebstahl von Mobilgeräten und damit verbundene Verbrechen gezielt einzudämmen. Die freiwillige Initiative von GSM-Funknetzbetreibern wird zum freien Austausch von Informationen über gestohlene Mobilgeräte führen, um gestohlene Geräte zu sperren und den illegalen Handel und die erneute Nutzung in der gesamten Region zu erschweren.

Im Rahmen eines Treffens der „Chief Regulatory Officers Group for Latin America" (CROG Latin America) einigten sich die Vertreter für öffentliche Angelegenheiten der regionalen Funknetzbetreiber auf erste Schritte, um mit dem gegenseitigen Austausch von Informationen zu gestohlenen Endgeräten über die IMEI-Datenbank der GSMA zu beginnen. Die Vereinbarung sieht vor, dass Funknetzbetreiber Informationen über benutzerseitig als gestohlen gemeldete Endgeräte zukünftig untereinander austauschen und für Identifikationszwecke nutzen können. So wird gewährleistet, dass Geräte aufgespürt und schließlich entsprechend den örtlichen Vorschriften gesperrt werden können.

Javier Delgado, der Vorsitzende von CROG Latin America, erklärte: „Das gemeinsame Bemühen aller regionalen Betreiberunternehmen, sich an dieser Initiative zu beteiligen, wird die Regulierungsstellen in unseren Ländern dabei unterstützen, sich dieser lästigen Plage anzunehmen und ihr die Stirn zu bieten."

Dieses koordinierte Vorgehen von Mobilfunkbetreibern hat in Zentralamerika bereits zu ersten Ergebnissen geführt. In Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras und Panama stimmen die Regulierungsbehörden aus unterschiedlichen Branchen einschließlich der Telekommunikation ihre Bemühungen bereits untereinander ab, um die Identifizierung und Sperrung gestohlener Geräte zu vereinfachen. „Ziel ist es, auf den Kooperationserfahrungen der Telekommunikationsbetreiber und Regierungen in Zentralamerika aufzubauen, und die Kooperation in den kommenden sechs Monaten Land um Land auszudehnen", so Delgado.

Die Gründung der Regionalen Front im Kampf gegen den Diebstahl von mobilen Terminalgeräten durch die Interamerikanische Telekommunikationskommission (CITEL) war ein wesentlicher Bestandteil der Resolution, der CITEL während der Tagung des Beratungskomitees (CCPI) im Jahr 2011 zustimmte.  Neben zahlreichen Vorschlägen enthielt die Resolution auch folgende Empfehlung: „Regulierung des Austausches schwarzer Listen über Datenbanken auf regionaler Ebene und Sperrung der eindeutigen Kennziffer (IMEI), um der Aktivierung und Nutzung auf anderen Märkten gestohlener Mobiltelefone vorzubeugen und so zur Kontrolle des illegalen Gerätehandels zwischen den einzelnen Ländern der Region beizutragen."

„Der Informationsaustausch über die globale IMEI-Datenbank ist ein bedeutender gemeinsamer Schritt, zu dem sich die zu uns gehörenden Funknetzbetreiber bekannt haben. Er zeigt, wie öffentliche und private Sektoren gemeinsam gegen besondere Probleme vorgehen können, die Regierungen wie auch der Gesellschaft Sorge bereiten", betonte Sebastian Cabello, der Leiter von GSMA Latin America. „Auch wenn der Informationsaustausch zur Senkung der Kriminalität beitragen kann, muss man weitere Maßnahmen und deren Umsetzung überdenken, damit derartige Verbrechen aufgedeckt, strafrechtlich verfolgt und schließlich auch bestraft werden."

Die folgenden zur GSMA gehörenden Betreiberunternehmen haben sich dazu verpflichtet, die Datenbank für gestohlene Endgeräte zu nutzen und in all ihren lateinamerikanischen Länderstandorten gezielte Maßnahmen zur Sperrung gestohlener Terminalgeräte umzusetzen: America Movil, Antel, Cable & Wireless Panama, Corporacion Digitel, Entel Bolivia, Entel Chile, ICE, Tigo Colombia, Nextel/NII Holdings, Nuevatel PCS Bolivia, Orange Dominican Republic, Telecom Italia und Telefonica.

Die Vereinbarung wird voraussichtlich bis März 2013 umgesetzt worden sein und über 500 Millionen Mobilfunkverbindungen in der Region betreffen. Die GSMA wird kontinuierlich daran arbeiten, unter allen zur GSMA gehörenden Unternehmen in Lateinamerika für die Einführung der Leitlinien zu werben. Vorgesehen ist dabei die schrittweise Unterzeichnung von Absichtserklärungen durch die Betreiber der einzelnen Länder.

Hinweise an Redakteure:
Die GSMA betreibt ein einzigartiges System, das unter der Bezeichnung IMEI-Datenbank (IMEI DB) bekannt ist. Hierbei handelt es sich um eine zentrale, globale Datenbank mit Basisinformationen zu den individuellen Seriennummern (IMEI) vieler Millionen Mobilgeräte (z. B. Mobiltelefone, SIM-Karten für Laptops, etc.), die in den weltweiten Mobilfunknetzen eingesetzt werden. Die IMEI ist eine 15-stellige Nummer, mit der ein Gerät innerhalb eines Mobilfunknetzes identifiziert werden kann. Eine IMEI muss für jedes Gerät eindeutig zuordenbar sein. Damit sichergestellt werden kann, dass zwei Geräte nicht über die gleiche IMEI verfügen, ist ein spezielles Verfahren zur Verteilung von IMEIs an Endgerätehersteller erforderlich. Diese Rolle übernimmt die GSMA – und erfasst alle an Mobilgerätehersteller verteilte IMEIs in der IMEI DB. Wenn IMEIs für einen bestimmten Gerätehersteller reserviert werden, speichert die GSMA mit der IMEI auch einige Basisinformationen. Diese Informationen beinhalten beispielsweise den Herstellernamen, die Modellkennung des dazugehörigen Endgeräts und einige technische Eigenheiten (z. B. die vom Endgerät unterstützten Frequenzbänder, die Leistungsklasse des Endgeräts, etc.). Die Initiative bietet Handynutzern Schutz und stellt gleichzeitig sicher, dass keine Personendaten wie Telefonnummern oder Adressen ausgetauscht werden. Weitere Informationen finden Sie hier: www.gsma.com/technicalprojects/fraud-security/imei-database/

Informationen zur GSMA
Die GSMA vertritt die Interessen von Mobilfunkbetreibern aus aller Welt. In über 220 Ländern vereint die GSMA mehr als 800 weltweite Mobilfunkbetreiber und 200 Unternehmen aus dem erweiterten Umfeld des Mobilfunks, darunter Endgerätehersteller, Softwareunternehmen, Zulieferer, Internetunternehmen sowie Medien- und Unterhaltungsunternehmen. Die GSMA organisiert außerdem branchenweit führende Veranstaltungen wie beispielsweise den Mobile World Congress und die Mobile Asia Expo.

Weitere Informationen finden Sie auf der GSMA-Verbandswebsite unter www.gsma.com oder auf Mobile World Live, dem Online-Portal für die Mobilfunkbranche, unter www.mobileworldlive.com

GSMA Latin America ist die regionale Zweigstelle der GSMA. Die „Chief Regulatory Officers Group for Latin America" (CROG Latin America) setzt sich aus den ranghöchsten Vertretern für öffentliche Angelegenheiten der 14 größten regionalen Betreiberkonzerne der lateinamerikanischen und karibischen Mobilfunkbranche zusammen und gibt die öffentlichen Grundsätze für die gesamte Region vor. Besuchen Sie www.gsmala.com für nähere Informationen.

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