Österreichischer Bundespräsident Heinz Fischer erklärt, dass Österreich die Herausforderung der Flüchtlingsintegration mittels Dialog annehmen müsse

04 Feb, 2016, 13:26 GMT von KAICIID

WIEN, 4. Februar 2016 /PRNewswire/ -- Der Bundespräsident der Republik Österreich, Dr. Heinz Fischer, betonte gestern bei einer Rede im International Dialogue Centre die Bedeutung des interreligiösen Dialogs, da Österreich der Herausforderung der Integration von Flüchtlingen, die vor Krieg und Gewalt im Nahen Osten fliehen, gegenübersteht.

Der Bundespräsident erklärte, dass sich das Land diesen Herausforderungen jetzt stellen müsse, um noch größere Probleme in der Zukunft zu vermeiden.

„Die langfristige Integration dieser Menschen in unsere Gesellschaft ist eine große Herausforderung. Ich möchte noch einmal wiederholen, dass Muslime, die in Österreich leben, ein wertvoller Teil unserer Gesellschaft sein können und sollten. Es ist möglich, gleichzeitig ein guter Moslem und ein guter Österreicher zu sein", sagte er.

Der Bundespräsident hielt seine Rede anlässlich der World Interfaith Harmony Week, die jedes Jahr in der ersten Februarwoche stattfindet. Gastgeber bei der Veranstaltung war KAICIID-Generalsekretär Faisal Bin Muaammar.

In seinem Vortrag betonte Bundespräsident Fischer, dass Österreichs langjähriges Engagement, den Dialog zwischen Religionen und Kulturen zu fördern, in letzter Zeit einen wertvollen Vorteil dargestellt hat, und dass diese Art von Dialog heute wichtiger denn je ist.

Der Krieg in Syrien hat die schlimmste Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg noch verschlimmert, und Österreich hat eine der höchsten Zahlen an Flüchtlingen pro Kopf in Europa erhalten. Da die Flüchtlingskrise es erforderlich macht, dass Länder eine große Zahl von Menschen aus anderen Religionen schnell und effektiv in ihre eigenen Gesellschaften integrieren, wird die praktische Bedeutung des interreligiösen Dialogs klar.

„Die Integration von Flüchtlingen in Österreich in den kommenden Jahren wird zunehmend Teil des Dialogs zwischen Religionen sein müssen. Die Inklusion von gefährdeten Menschen ist eine ernst zu nehmende, gesellschaftliche Verantwortung, die mit Blick auf die Sicherung des sozialen Zusammenhalts und des sozialen Friedens in Österreich sorgfältig und sachkundig wahrgenommen werden muss. Es ist nicht zu leugnen, dass auch dies Probleme mit sich bringen wird", so der Bundespräsident.

„Ich halte den Dialog, das Offensein für Gespräche und die Fähigkeit, sich auf andere Sichtweisen respektvoll einzulassen (auch wenn man diese nicht teilt), für eine Grundvoraussetzung für ein friedliches Zusammenleben zwischen Menschen, Gemeinschaften, Kulturen und Religionen", sagte er.

Der Präsident verfolgte die Wurzeln von mehreren aktuellen internationalen Konflikten auf die Manipulation von Nationalismus, Ideologie und Macht zur Marginalisierung individueller Rechte oder der Rechte der schwächeren Teile der Gesellschaft zurück. Um das Misstrauen gegen oder die Unterdrückung von Menschen anderer Religionen und Kulturen oder Nationalitäten zu überbrücken, seien ‚Stimmen der Vernunft, Signale der Moderation und Gesprächsbereitschaft nötig', sagte er.

KAICIID diene diesen Zielen, betonte er. „Als Plattform für interreligiösen Dialog, als Brückenbauer für interreligiösen und interkulturellen Dialog, bemüht sich die Organisation, ein kosmopolitischer, offener, internationaler Gesprächspartner zu sein. Ihre Arbeit und ihr Mandat, wie in der Gründungsvereinbarung ausgewiesen, stärken die Kooperation und den gegenseitigen Respekt auf internationaler Ebene und fördern einen toleranten Meinungsaustausch zwischen Religionsgemeinschaften."

„KAICIID ist die einzige internationale Organisation, die mit führenden Vertretern der fünf großen Weltreligionen auf gleicher Augenhöhe zusammenarbeitet. Das Zentrum hat das Potenzial, durch seine Arbeit ein besseres Verständnis zwischen den Religionen zu schaffen und damit einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung und Förderung der Menschenrechte zu leisten", sagte er.

In seiner Begrüßung beschrieb KAICIID-Generalsekretär Faisal Bin Muaammar, wie das International Dialogue Centre arbeitet, um die Integration von Flüchtlingen in Österreich zu unterstützen.

„Wenn Flüchtlinge in eine friedliche Heimat zurückkehren oder sich in neuen Umständen integrieren sollen, dann müssen wir einen Weg finden, den Menschen zu helfen, Unterschiede zu akzeptieren und nicht zu fürchten. Der Dialog hilft uns dabei. Im Dialog erkennen wir, dass wir alle gleich sind und Grundwerte teilen. Österreichische Religionsgemeinschaften zeigen großes Engagement und Entschlossenheit bei der Unterstützung der Integration von Flüchtlingen hier in Österreich. Wir versuchen, unseren Teil dazu beizutragen, diese Bemühungen zu unterstützen, indem wir Religionsgemeinschaften die Mittel bieten, um mehr Flüchtlingen zu helfen", sagte er.

Über KAICIID
Das International Dialogue Centre (KAICIID) ist eine zwischenstaatliche Organisation, die den Dialog fördert, um den Frieden in Konfliktgebieten zu konsolidieren. Sie tut dies durch die Verbesserung von Verständigung und Kooperation zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen und Anhängern verschiedener Religionen. Das Zentrum wurde von Österreich, Saudi-Arabien und Spanien gegründet. Der Heilige Stuhl ist beobachtendes Gründungsmitglied. Das Direktorium des Zentrums besteht aus prominenten Vertretern der fünf großen Weltreligionen (Buddhismus, Christentum, Hinduismus, Islam und Judentum). Das Direktorium konzipiert und überwacht die Programme des Zentrums.

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