Rockefeller-Stiftung formuliert Wettbewerb zur Verbesserung der Widerstandskraft von 100 Städten in aller Welt

14 Mai, 2013, 12:00 BST von The Rockefeller Foundation

- Der Wettbewerb der 100 widerstandsfähigsten Städte wurde anlässlich der Hundertjahrfeier der Stiftung bekannt gegeben.

- Stiftung schnürt 100-Millionen-Dollar-Paket zur Verbesserung der urbanen Widerstandskraft in aller Welt.

NEW YORK, 14. Mai 2013 /PRNewswire/ -- Vor dem Hintergrund ihrer bereits ein Jahrhundert währenden Investitionen in die Innovation und als Vorreiter auf dem aufstrebenden Gebiet der Widerstandskraft präsentierte die Rockefeller-Stiftung heute ein 100-Millionen-Dollar-Paket zur Verbesserung der urbanen Widerstandskraft in Städten in aller Welt. Im Jahrhundertwettbewerb der 100 widerstandsfähigsten Städte der Stiftung werden hundert Städte aus aller Welt ausgewählt und durch technische Hilfeleistungen und Ressourcen bei der Entwicklung und Umsetzung von Plänen im Bereich der urbanen Widerstandskraft unterstützt. So wird die Stiftung Städten dabei helfen, viele zusätzliche Millionen Dollar für die Infrastrukturfinanzierung zu beschaffen.

Während die Häufigkeit, Auswirkungen und das Ausmaß von menschengemachten Erschütterungen und Belastungen steigen und sich über systematische und geografische Grenzen hinweg ausbreiten können, sind Städte kaum darauf vorbereitet, auf Katastrophen zu reagieren, ihnen standzuhalten und sich von ihnen zu erholen. Häufig treffen solche Ereignisse – etwa die Auswirkungen des Klimawandels oder Gefahren für die öffentliche Gesundheit – die Schutzbedürftigen am stärksten. Sie haben nicht die Mittel, mit ihnen fertigzuwerden, und sie brauchen länger, um sich zu erholen. Ihnen wird die Lebensgrundlage entzogen, und so wird das bestehende Ungleichgewicht noch verschärft. Die Widerstandskraft in den Fokus zu rücken ist also dringen erforderlich – nicht nur, um besser auf die nächste Katastrophe vorbereitet zu sein, sondern um für das Wohl der Armen und Schutzbedürftigen in aller Welt zu sorgen.

„Vor einhundert Jahren öffnete die Rockefeller-Stiftung ihre Pforten, um das Wohl der Menschheit in aller Welt zu fördern. Heute hängt dieses Wohl zunehmend davon ab, inwieweit wir in der Lage sind, uns auf die Erschütterungen und Belastungen unserer modernen Welt vorzubereiten, ihnen standzuhalten und gestärkt aus ihnen hervorzugehen", so die Präsidentin der Rockefeller-Stiftung, Dr. Judith Rodin. „Da heute mehr Menschen in Großstadtgebieten leben als jemals zuvor, sind die Städte für dieses Ziel von entscheidender Bedeutung. Zum Auftakt des zweiten Jahrhunderts der Rockefeller-Stiftung glauben wir, dass die Zeit der urbanen Widerstandskraft gekommen ist. Unser Ziel ist es, mit dem Jahrhundertwettbewerb der 100 widerstandsfähigsten Städte eine Plattform zur Intensivierung des Engagements zu schaffen, damit die Welt widerstandsfähiger wird."

Im Rahmen des Jahrhundertwettbewerbs der 100 widerstandsfähigsten Städte lädt die Rockefeller-Stiftung Städte aus aller Welt dazu ein, sich um einen Platz unter den 100 widerstandsfähigsten Städten zu bewerben. Die Bewerber (Stadtverwaltungen oder zentrale städtische Einrichtungen) werden dazu aufgefordert, eine klare Beschreibung der Maßnahmen zu liefern, mit deren Hilfe ihre Stadt die Verbesserung der stadtweiten Widerstandskraft in Angriff nimmt und umsetzen will, und zwar unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Armen und Schutzbedürftigen. Die Gewinner werden in den kommenden drei Jahren jeweils nach drei Runden bekannt gegeben. Die Bekanntgabe der Finalisten erfolgt im Jahr 2015.

Jede der Siegerstädte erhält die folgenden drei Hilfeleistungen:

  • Unterstützung bei der Aufstellung eines Katastrophenplans, inklusive Werkzeug, technischer Unterstützung und Ressourcen für die Umsetzung. Die Rockefeller-Stiftung wird Fachwissen über innovative Finanzierungsmechanismen liefern und Städte dabei unterstützen, potenzielle Fördermittel in Höhe vieler Milliarden Dollar aus dem privaten und öffentlichen Sektor zu beschaffen, damit sie ihre Pläne umsetzen können.
  • Die Mitgliedschaft in einem neuen Netzwerk der Rockefeller-Stiftung, dem Netzwerk der 100 widerstandsfähigsten Städte, das seinen Mitgliedern Unterstützung bieten und den Austausch neuer Erkenntnisse und Best Practices ermöglichen wird.
  • Unterstützung bei der Einstellung eines Chief Resilience Officers (CRO). Die Schaffung dieser neuen Rolle ist eine Innovation, die gewährleisten wird, dass Aufbau und Koordination der Widerstandsfähigkeit in der spezifischen Verantwortung einer bestimmten Person innerhalb der Stadtverwaltung liegen. Die CROs können zudem für die Entwicklung einer Strategie zum Aufbau der Widerstandskraft ihrer Stadt verantwortlich sein und als Vertreter des Netzwerks der 100 widerstandsfähigsten Städte Teil eines Informationsnetzwerks von CROs werden.

 „Als Institution, die dazu beigetragen hat, das Gebiet der Städteplanung zu erschaffen, setzt die Rockefeller-Stiftung ihr Vermächtnis nun als Vorreiter einer neuen Theorie zu Städten und städtischem Leben auf eine Art und Weise fort, die den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht wird", führte Dr. Rodin weiter aus. „Wir hoffen, dass die Investition in 100 Städte in aller Welt Städte dieses Gebiet weiter voranbringen kann. Indem wir Städten die Möglichkeit bieten, viele Milliarden Dollar zum Bau von Infrastruktur zu beschaffen, stellen wir sicher, dass unsere Stadtgebiete zu chancenreichen Standorten werden, die für die nächsten 100 Jahre und mehr Widerstandskraft besitzen."

Seit mehr als einem Jahrzehnt fungiert die Rockefeller-Stiftung als Wegbereiter auf dem aufstrebenden Gebiet der Widerstandsfähigkeit, sowohl in urbanen als auch in ländlichen Regionen. Die Stiftung unterstützt mit ihrem Netzwerk asiatischer Städte zum Klimawandel den Aufbau der urbanen Widerstandskraft gegen die Auswirkungen des Klimawandels in Asien, sie investiert in den Aufbau der ländlichen Widerstandskraft gegen die Auswirkungen des Klimawandels in Afrika und sie finanziert umfassende Planungsarbeiten in New Orleans infolge des Hurrikans Katrina. In jüngster Zeit leitet die Stiftung eine nach Hurrikan Sandy von New Yorks Gouverneur Cuomo ins Leben gerufene Kommission, die mithilfe eines couragierten Plans den Aufbau einer langfristigen Widerstandskraft der Stadt New York ermöglichen will.

„Die Rockefeller-Stiftung war für den Wiederaufbau von New Orleans ein wichtiger Partner", so Mitch Landrieu, Bürgermeister von New Orleans. „Die Stiftung ist sowohl in der Theorie als auch in der Praxis Vorreiter auf dem Gebiet der Widerstandskraft. Stadtverwaltungen stehen bei der Planung der Anpassungsfähigkeit an vorderster Front, und die Unterstützung der Rockefeller-Stiftung auf dem Gebiet der Innovation und Zusammenarbeit ist ebenso überlebenswichtig wie schwer zu finden. Die Vision der Rockefeller-Stiftung von einer proaktiven Zusammenarbeit der Städte ist ein Segen, denn sie berücksichtigt die Bedürfnisse aller Bürger, ermöglicht das zukünftige Wachstum und bereitet uns besser darauf vor, mit den Herausforderungen zurechtzukommen, die auf uns zukommen. Ich freue mich darauf, New Orleans für den Jahrhundertwettbewerb der 100 widerstandsfähigsten Städte vorzuschlagen." 

Jede Stadt wird ihre eigene Vision und ihre eigenen spezifischen Bedürfnisse für den Aufbau der Widerstandskraft besitzen und entsprechende Ressourcen benötigen. In manchen Fällen könnten dafür etwa der Aufbau robuster Notfallkapazitäten und ein umfassendes Frühwarnsystem erforderlich sein oder moderne, umfassende Wasserableitungssysteme und eine solide Abfallwirtschaft aufgebaut werden. Manche Städte möchten vielleicht die Reaktionsgeschwindigkeit ihres Gesundheitssystems erhöhen oder das urbane Ökosystem verbessern.

„Wir sind stolz darauf, dass Durban in seinen Bemühungen um die Entwicklung einer umfassenden Strategie für den Aufbau der Widerstandsfähigkeit an vorderster Front dabei ist, um einer Reihe veränderlicher Risiken und Schwachstellen – vom Klimawandel bis zur Wassersicherheit, vom Verlust der Biodiversität bis zur rasanten Urbanisierung – begegnen zu können", so James Nxumalo, Bürgermeister der Stadt Durban in Südafrika und jüngst Gastgeber eines globalen Gipfels zum Klimawandel. „Von der Struktur unserer Stadtverwaltung bis zur Art der Ressourcennutzung – der Aufbau der Widerstandskraft hat heute Priorität, und sie durchdringt jede einzelne Entscheidung in sämtlichen Bereichen. Wir haben den Status Quo in nur wenigen Jahren erheblich verändert, und das macht uns sehr viel stärker. Wir haben gelernt, dass der Aufbau der Widerstandskraft und der Anpassungsfähigkeit ein Weg ist, und nicht ein Ziel. Ich bin überzeugt, dass der Jahrhundertwettbewerb der 100 widerstandsfähigsten Städte der Rockefeller-Stiftung, der ebenso zeitgerecht wie wichtig ist, weitere Städte animieren wird zu handeln."

Für nähere Informationen über den Jahrhundertwettbewerb der 100 widerstandsfähigsten Städte der Rockefeller-Stiftung besuchen Sie uns auf www.100resilientcities.org.

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