Wie können Moleküle genutzt werden, um Allergien besser zu diagnostizieren?

19 Nov, 2015, 11:59 GMT von EAACI

LISSABON, Portugal, November 19, 2015 /PRNewswire/ --

Die Methoden zur Bestimmung allergischer Erkrankungen haben sich in den letzten Jahren enorm verbessert. Der wichtigste Fortschritt, der stattgefunden hat, ist die molekulare Diagnostik. Rund 300 Forscher und Mediziner aus aller Welt trafen sich in Lissabon, Portugal, beim 6. Internationalen Symposium der molekularen Allergologie (ISMA 2015), organisiert von der Europäischen Akademie für Allergie und klinische Immunologie (EAACI), um über die Vorteile und Implikationen dieser diagnostischen Methode zu sprechen.

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Die Hausstaubmilbenallergie (HDM) gehört zu den häufigsten Allergien in Europa [1]: 50 % aller Allergiepatienten sind allergisch gegen Milben; das entspricht etwa 10 % der Bevölkerung.

Die Entdeckung eines neuen Milben-Allergens (Der p 23) kann die Genauigkeit der Diagnose der Patienten verbessern, die gegen Hausstaubmilben allergisch sind, und auf sie mit Schnupfen, Asthma und Neurodermitis reagieren."Diese Entdeckung ist von großer Bedeutung, weil 70 % dieser allergischen Patienten sehr stark auf Milben reagieren. Wegen seines häufigen Vorkommens und seiner allergischen Aktivität muss Der p 23 als ein wesentlicher Bestandteil bei der Diagnose und der spezifischen Immuntherapie der Hausstaubmilbenallergie berücksichtigt werden", erklärt Dr. Susanne Vrtala von der Abteilung für Immunpathologie an der Medizinischen Universität Wien.

Die Verfügbarkeit von klinisch relevanten allergenen Molekülen verändert die Art und Weise, in der Ärzte und Allergologen klarere Diagnosen stellen und Behandlungspläne für allergische Patienten festlegen können. Dennoch argumentieren Prof. Robert G. Hamilton von der Johns Hopkins University School of Medicine Baltimore (USA) und Dr. Joerg Kleine-Tebbe vom Allergie- und Asthma-Zentrum Westend, ambulante Klinik Hanf, Ackermann & Kleine-Tebbe, Berlin (Deutschland): "Das Gebiet der molekularen Allergologie steckt noch in den Kinderschuhen, was die Verfügbarkeit von Molekülen und ihre Anwendung betrifft." Die molekulare Allergiediagnostik wird aber dennoch bereits als eine wichtige sekundäre Testreihe angewandt.

Mehrere klinische Studien in Spanien führten zu einer radikalen Veränderung in der Art und Weise, wie Patienten diagnostiziert und behandelt werden, so Prof. Domingo Barber vom Institut für angewandte Molekularmedizin an der medizinischen Fakultät der Universidad CEU San Pablo in Madrid. "Etwa 25 % der Allergiepatienten können mit den herkömmlichen Techniken nicht gut diagnostiziert werden und ihre Behandlung ist daher unzureichend", erklärt Prof. Barber. Er argumentiert weiter, dass die molekulare Analyse eine empfindlichere und zuverlässigere Diagnose ermöglicht als herkömmliche Methoden.

http://www.eaaci-isma.org/

Vollständige Pressemitteilung: https://hkstrategies.egnyte.com/fl/3sPnIUcGI8

  1. Vrtala, Susanne, et al. Identification of Der p 23, a Peritrophin-like Protein, as a New Major Dermatophagoides pteronyssinus Allergen Associated with the Peritrophic Matrix of Mite Fecal Pellets (Identifizierung von Der p 23, eines Peritrophin-artigen Proteins, als ein neues wichtiges Dermatophagoides-Pteronyssinus-Allergen, das mit der peritrophen Matrix von Kotkugeln von Milben im Zusammenhang steht). J Immunol. 1. April 2013; 190(7): 3059-3067

 

 

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