Wirtschaftswachstum führt zu mehr Staus in drei Viertel der deutschen Städte

24 Aug, 2015, 08:00 BST von INRIX

- INRIX Traffic Scorecard Report 2014: Verkehr in 77 Prozent der deutschen Städte angestiegen

- Köln löst Stuttgart als Deutschlands Stauhauptstadt ab – Karlsruhe auf Platz 3

- Vier deutsche Städte 2014 unter den zehn staureichsten Städten in Europa

- Deutschland auf Platz drei in Europa – Autofahrer verbringen 39 Stunden im Stau

- 26 Kilometer der B2R in München bilden die staureichste Strecke in Deutschland – Autofahrer verbringen dort im Jahr 68 Stunden im Stau

MÜNCHEN, 24. August 2015 /PRNewswire/ -- Im Jahr 2014 haben deutsche Autofahrer insgesamt 39 Stunden im Stau verbracht. Das ist das Ergebnis des Traffic Scorecard Reports von INRIX, einem führenden internationalen Anbieter von Verkehrs- und Reiseinformationen. Deutschland belegt dabei europaweit den dritten Platz bei den Ländern mit den meisten Staus. Die vollsten Straßen in Europa befinden sich in Belgien – dort standen Autofahrer bis zu 51 Stunden auf verstopften Straßen.

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Die deutsche Wirtschaft ist momentan die stärkste in der Eurozone und konnte letztes Jahr ein Wachstum von 1,6 Prozent verzeichnen - das bisher beste Ergebnis seit 2011[1]. Seit 2013 hat sich zudem die Quote der Beschäftigten um ein Prozent[2] verbessert und der Haushaltskonsum ist im Vergleich zum Vorjahr im Jahr 2014 auf 1,1 Prozent gestiegen[3]. Diese Wirtschaftsfaktoren in Kombination mit der bundesweit großen Anzahl von Bauprojekten haben einen signifikanten Einfluss auf das Verkehrsaufkommen.

In insgesamt 17 der 22 untersuchten deutschen Ballungsräume gab es 2014 ein gestiegenes Verkehrsaufkommen - 2013 war dies nur in acht Ballungsräumen der Fall. Den größten Anstieg an hohem Verkehrsaufkommen haben Karlsruhe (21 Prozent) und Magdeburg (50 Prozent) zu verzeichnen. Dort standen Autofahrer insgesamt zehn Stunden länger im Stau als im Vorjahr. Magdeburg ist an mehreren europäischen Verkehrsknotenpunkten, wie den Bundesautobahnen A2 und A14 sowie an der Elbe, dem Mittelland- und Elbe-Havel-Kanal gelegen – dementsprechend hat dort der Güteverkehr insgesamt einen großen Einfluss auf das Verkehrsaufkommen[4].

Generell sind vor allem die wachsende Bevölkerung sowie die Urbanisierung Haupttreiber für Staus. So ist die Bevölkerungszahl in Deutschland im letzten Jahr zum ersten Mal seit 2011 gestiegen – insgesamt

um 330.000 Menschen[5]. In Köln betrug das Bevölkerungswachstum 2014 ein Prozent[6] – zusammen mit den verbreiteten Baustellen in der Stadt hat dies dazu beigetragen, dass Autofahrer in Köln durchschnittlich 65 Stunden im Stau standen. Im Vergleich zu 2013 sind das neun Stunden mehr und macht aus Köln die staureichste Stadt in Deutschland.

Deutschlands staureichste Ballungsräume in 2014 (nach verschwendeten Stunden pro Jahr)

Platz

Ballungsraum

Verschwendete Stunden in 2014

Unterschied zu 2013 (in Stunden)

1

Köln

65

9

2

Stuttgart

64

4

3

Karlsruhe

63

10

4

Düsseldorf

53

4

5

Hamburg

48

0

6

München

48

4

7

Bonn

42

4

8

Ruhrgebiet

42

2

9

Nürnberg

38

6

10

Freiburg im Breisgau

37

5

11

Frankfurt am Main

37

5

12

Saarbrücken

36

1

13

Hannover

35

1

14

Bielefeld

34

-1

15

Darmstadt

33

0

16

Magdeburg

30

10

17

Dresden

28

4

18

Leipzig

26

4

19

Bremen

25

3

20

Kiel

25

-1

21

Berlin

23

2

22

Augsburg

20

0

„Zum dritten Mal in Folge sind in Deutschland mehr Staus zu verzeichnen", so Bryan Mistele, CEO von INRIX. „Das Wirtschaftswachstum in Deutschland hat zu mehr Bauprojekten auf nationaler Ebene geführt. Ebenso ist durch das Bevölkerungswachstum die Reisebereitschaft gestiegen – mit der Konsequenz von deutlich höherem Verkehrsaufkommen."

„Die Straße ist mehr denn je der attraktivste Beförderungsweg - dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren eher noch verstärken", so Prof. Dr. Michael Schreckenberg, Verkehrsexperte der Universität Duisburg Essen. „Deutschland ist das Transitland Nr. 1 in Europa, daher ist es trotz guter Infrastruktur vorprogrammiert, dass die Staulevel anwachsen."

Deutschland und Europa im Vergleich
Im INRIX Traffic Scorecard Report wurden 13 europäische Länder analysiert. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) haben dabei im Jahr 2014 ein höheres Stau-Level erfahren als in 2013. In Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit und einem negativen Wirtschaftswachstum wird dagegen ein Staurückgang im Vergleich zu 2013 verzeichnet.

Europäische Länder mit dem höchsten Stau-Level (nach verschwendeten Stunden pro Jahr):

Platz:

2014

Platz:

2013

Land

Durchschnittlich verschwendete Stunden 2013

Durchschnittlich verschwendete Stunden 2014

Unterschied von 2013 zu 2014

BIP 2014 (%)1

1

1

Belgien

58

51

-8

1,1

2

2

Niederlande

45

41

-4

0,9

3

3

Deutschland

35

39

4

1,6

4

5

Luxemburg

32

34

3

2,3

5

6

Großbritannien

30

30

0

2,6

6

8

Schweiz

25

29

4

2,0

7

4

Frankreich

29

29

0

0,2

8

9

Österreich

31

25

-6

0,3

9

10

Irland

21

24

4

4,8

10

7

Italien

25

20

-6

-0,4

11

11

Spanien

17

17

0

1,4

12

13

Portugal

6

6

0

0,9

13

12

Ungarn

10

5

-4

0,9

Deutschlands staureichste Straßen
Der INRIX Traffic Scorecard Report 2014 hat ebenso analysiert, auf welchen Straßen in Deutschlands wann der meiste Verkehr herrscht. Ein 26 km langer Teil der B2R in München ist dabei die staureichste Straße Deutschlands – Autofahrer verschwendeten dort letztes Jahr bis zu 68 Stunden.

Deutschlands staureichste Straßen in 2014 (nach verschwendeten Stunden):

Platz

Ballungsraum

Straßen

Von

Nach

Entfernung (KM)

Schlechtester Zeit zum Reisen

 Verspätung pro Jahr in Stunden

1

München

B2R

Lerchenauer Straße

Ifflandstraße

26,34

PM

67,72

2

München

B2R

Donnersbergerbrücke

Schlüsselberg

straße

14,30

PM

56,04

3

Köln

A1

Leverkusener Brücke

Leverkusen

14,38

AM

54,08

4

Berlin

B1

Friedrichstraße

Sachsendamm

6,77

PM

44,84

5

Berlin

L1004

Storkower Straße

Sylter Straße

10,51

AM

43,08

6

Stuttgart

B27

Olgaeck

Teiler B10/B27

9,40

AM

40,24

7

Berlin

B1

Sachsendamm

Friedrich

straße

5,86

PM

37,76

8

Ruhrgebiet

A46

Übergang A46/B326

Sonnborner Kreuz

16,06

PM

37,28

9

Wuppertal

A46

Wuppertal-Elberfeld

Höfgen

17,49

PM

36,48

10

Stuttgart

B10

Pragtunnel

Talstraße/
Gaisburger Brücke

5,02

PM

34,48

Die Verkehrssituation in europäischen Städten
Die INRIX Traffic Scorecard hat zudem Stau in den wichtigsten Ballungsräumen in Europa analysiert. Fast die Hälfte (48 Prozent) der 94 analysierten europäischen Städte hatten demnach ein gestiegenes Verkehrsaufkommen zu verzeichnen.

Während London die Liste der Top 25 der staureichsten Städte in Europa anführt, hat Barcelona den größten Zuwachs mit 66 Prozent mehr Stau. Autofahrer in Barcelona standen 2014 mit insgesamt 25 verschwendete Stunden zehn Stunden länger im Stau als noch in 2013.

Der zunehmende Verkehr kann mit der sich erholenden Wirtschaft zusammenhängen. So ist das Bruttoinlandsprodukt in Spanien 2014 auf 1,4 Prozent gestiegen[7] - das erste Wachstum seit 2008. Zudem ist die Arbeitslosenquote in Barcelona 2014 um drei Prozent gefallen, was die die Konsumausgaben angekurbelt und die Reisebereitschaft im Land erhöht hat.

Europas staureichste Straßen in 2014 (nach verschwendeten Stunden im Jahr):

2014 Platz

2013 Platz

Ort

Verschwendete Stunden im Stau 2014

Veränderung zum Vorjahr in Stunden ab 2013

1

2

London

96

14

2

1

Brüssel

74

-9

3

6

Köln

65

9

4

3

Antwerpen

64

-14

5

5

Stuttgart

64

4

6

10

Karlsruhe

63

10

7

7

Milan

57

1

8

13

Düsseldorf

53

4

9

15

Utrecht

53

5

10

9

Gent

52

-2

11

16

Manchester

52

6

12

12

Den Haag

51

2

13

14

Hamburg

48

0

14

17

München

48

4

15

4

Rotterdam

48

-15

16

8

Paris

45

-10

17

26

Bonn

42

4

18

22

Ruhrgebiet

42

2

19

11

Amsterdam

41

-9

20

18

Lyon

40

-4

21

37

Nürnberg

38

6

22

24

Merseyside

37

-2

23

41

Freiburg im Breisgau

37

5

24

38

Frankfurt am Main

37

5

25

43

Belfast

37

6

Über die INRIX Traffic Scorecard
Die INRIX Traffic Scorecard misst Verkehrsstörungen, indem sie über traditionelle Erhebungsmethoden wie Straßensensoren und statistische Erhebungen hinausgeht und Echtzeitdaten aus Fahrzeugen analysiert, die tatsächlich in den großen Ballungsräumen unterwegs sind.

Die INRIX Traffic Scorecard analysiert Milliarden an Echtzeit-Daten aus Hunderten von Quellen, einschließlich einer Vielzahl von geschäftlichen Fahrzeugen, wie Taxis, Flughafen-Shuttles, Lieferwagen, Fernverkehr-LKW und PKW sowie mobilen Geräten. Sämtliche Daten aus diesen mit GPS ausgerüsteten Fahrzeugen und Geräten enthalten die Geschwindigkeit, Position und das Fahrtziel eines bestimmten Fahrzeugs an einem dokumentierten Datum zu einer bestimmten Uhrzeit. Bei der Erstellung der Scorecard analysiert INRIX Informationen über mehr als eine Million Kilometer Autobahnen und Nebenstraßen in Europa und nahezu zwei Millionen Meilen der Straßen in Nordamerika während jeder Stunde des Tages, um umfassende und aktuelle Stau-Analysen für die größten Ballungsräume in 15 Ländern zu erstellen.

Die gleichen Daten werden für INRIX Traffic genutzt, eine kostenlose App, die Autofahrern hilft, Verzögerungen im Verkehr zu vermeiden. Die App bietet hierzu Informationen aus dem weltweit größten Verkehrsnetz für die schnellste Route von zu Hause zur Arbeit, empfohlene Abfahrts- und Reisezeiten, Verkehrsprognosen und personalisierte Verkehrsmeldungen für den jeweiligen Fahrer. Mehr Informationen zu INRIX Traffic gibt es unter http://inrixtraffic.com.

Weitere Details über Staus in bestimmten Ländern und ein weltweiter Vergleich stehen ab sofort mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse des Berichts unter scorecard.inrix.com zur Verfügung. Die umfangreichen Daten, die der INRIX Traffic Scorecard zugrunde liegen, sind ab sofort lizenziert für die weitere Analyse und Prüfung durch Behörden und gewerbliche Organisationen erhältlich.

Über INRIX
INRIX, eines der am schnellsten wachsenden Technologieunternehmen weltweit, nutzt die Analyse von Big Data, um die individuellen, wirtschaftlichen und ökologischen Kosten von Verkehrsstaus zu reduzieren. Mithilfe von aktuellen, intelligenten Daten und darauf basierenden Vorhersagen hilft INRIX Automobilherstellern, Verkehrsflotten, Verkehrsbetrieben sowie Medienorganisationen und vereinfacht die Navigation – jeden Tag, überall.

Die Vision von INRIX ist einfach – Verkehrsprobleme lösen, Autofahrern helfen, Planungen erleichtern und Geschäfte fördern. Egal ob über eingebaute Navigationssysteme oder mobile Navigationsapps, lokale Nachrichtensendungen oder die INRIX Traffic App, Fahrer sparen mit minutengenauen Informationen jeden Tag Zeit, Benzin und Nerven. INRIX bietet umfassende Informationen über den Verkehr sowie intelligente Analysewerkzeuge und Dienste für sechs Branchen. Dafür werden 7,9 Millionen Kilometer in 42 Ländern überprüft. Mehr Informationen gibt es unter www.INRIX.com.

[1] https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/VGR/Inlandsprodukt/Tabellen/Gesamtwirtschaft.html  
[2] https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/Arbeitsmarkt/Arbeitsmarkt.html

[3] http://de.statista.com/statistik/daten/studie/155148/umfrage/private-konsumausgaben-in-deutschland-zeitreihe/

[4] http://www.magdeburg.de/Home/Business-Economy/Business-location/Infrastructure?La=2

[5] http://de.statista.com/statistik/daten/studie/2861/umfrage/entwicklung-der-gesamtbevoelkerung-deutschlands/

[6] http://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf15/pegel_köln_2_2015_einwohnerentwicklung_2014.pdf

[7] http://www.idescat.cat/pub/?id=aec&n=318&lang=en

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http://www.inrix.com