
Studenten -Tsunami rollt über die deutschen Hochschulen weg
STUTTGART, Deutschland, October 31, 2012 /PRNewswire/ --
Immer mehr Studenten an deutschen Hochschulen, Rekordjahr folgt auf Rekordjahr.
Schlagzeilen, die sicherlich nicht unvorbereitet kamen. Man hatte Sie bereits seit acht Jahren vor Augen und hatte sicherlich einige Vorbereitungen getroffen. Aber waren diese ausreichend?
Zunächst ein paar Fakten:
2012 sind aus Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg und Bremen doppelte Abiturjahrgänge an die Universitäten geströmt. Ein Teil der Abiturienten war neun ein anderer Teil acht Jahre am Gymnasium. Durch den Wegfall des Wehr- und Zivildienstes sind weitere rd. 50.000 zusätzliche Studenten an die Hochschulen geströmt. Das Problem wird dadurch noch verstärkt, dass sich die Schulabsolventen immer mehr für ein Studium entscheiden. Dies wollen wir jedoch nicht als Problem ansehen, denn wie wir wissen, benötigen wir in den nächsten Jahren immer mehr gut ausgebildete und wissenschaftlich fundierte Arbeitskräfte.
Mehr als 500.000 Studenten haben sich für ein Erstsemester an deutschen Universitäten eingeschrieben. Insgesamt sind ca. 2,3 Mio. Studenten aus allen Fachbereichen an den Hochschulen zum Studium eingeschrieben, das sind damit rd. 25 % mehr als noch vor 10 Jahren, siehe auch Statistik zum Studium erstellt von MAWISTA.
Besonders beliebt sind nach wie vor die Studiengänge: Betriebswirtschaftslehre, Germanistik, Maschinenbau, Medizin, Informatik und Rechtswissenschaften.
Der Anteil der ausländischen Studenten liegt bei ca. 11 %, größte Gruppe dabei bilden die Chinesen, gefolgt von Studenten aus der Russischen Föderation, Polen, Bulgarien, Türkei, Ukraine und Marokko. Nach wie vor ist ein Studium in Europa und hier gerade in Deutschland, der größten Wirtschaftsmacht in Europa, sehr beliebt. Als Gründe für ein Studium in Deutschland werden die besseren Berufschancen und "spezielle Fachkenntnisse" zu erwerben angegeben. Ein anschließendes Praktikum bei einem deutschen Unternehmen, ist für viele in ihrem Heimatland ein Sprungbrett für deren Karriere. Der Lebensunterhalt wird nach Angaben der Studenten durch eigenen Verdienst und den Zuschuss der Eltern finanziert.
Der Ansturm auf die Deutschen Hochschulen hat aber auch zu einer Abwanderung von deutschen Studenten in Ausland bewirkt. Ein Auslandsaufenthalt nach dem bestandenen Abitur ist für viele junge Leute ein Traum. Dies bedeutet ein Stück Unabhängigkeit zu gewinnen und internationale Erfahrungen zu sammeln. Kann dieser Traum noch mit einem Studium verbunden werden, so ist es einfach perfekt. Viele Unternehmen und Organisationen geben für dieses Engagement auch Stipendien. Somit ist es nicht immer eine Frage des Geldes, ob man sich ein Auslandsstudium erlauben kann oder nicht. Aber zu den Kosten eines Studiums muss separat eingegangen werden. Besonders beliebt bei deutschen Studenten sind dabei Länder wie Großbritannien, die Vereinigten Staaten und andere europäischen Nachbarländer. Sicherlich ist es toll mehrere Sprachen zu sprechen, aber Tatsache ist, Englisch ist ein Muss und zwar in Wort und in Schrift. Dies wird natürlich durch ein Studium im Ausland gleichzeitig gefestigt. Nicht nur durch die englischsprachigen Vorlesungen sondern auch durch die Internationalität der Kommilitonen.
Die deutschen Hochschulen kommen jedoch an die Grenzen der Kapazität. Für die beliebten Studiengänge gibt es Zulassungsbegrenzungen. Nun könnte man gleich auf den Gedanken kommen, dass die Abiturienten mit einem neunjährigen Schulabschluss sicherlich ein besseres Abiturergebnis abgelegt haben als die Abiturienten eines achtjährigen Schulabschlusses und deren Zugangsvoraussetzungen dann besser sind. Deshalb wurden auch mit Spannung die diesjährigen Prüfungsergebnisse erwartet. Das Ergebnis widerlegt eindeutig die Befürchtung. Bei beiden Jahrgängen lag der Gesamtnotendurchschnitt gleich. Ist die Hürde geschafft und man hat seinen gewünschten Studienplatz bekommen, erwartet die Studenten meist überfüllte Hörsäle und damit natürlich auch erschwerte Studienvoraussetzungen. Neben den überfüllten Hörsälen kommt noch ein massives Wohnungsproblem. Die Studenten zeigen sehr wohl eine hohe Mobilität, um ihr Studium zu beginnen, d. h. ein Umzug ist erforderlich. Diese Mobilität lässt sie oft mit mehr als 15 Bewerber auf einen Wohnheimplatz kämpfen. Durch die hohe Nachfrage nach Wohnraum steigen auch die Mietpreise. Notunterkünfte werden eingerichtet die Erstsemester werden zum Teil in Turnhallen untergebracht. Kein schöner Start in einen neuen Lebensabschnitt.
Wird diese Situation sich bereits mit dem nächsten Abiturjahrgang ändern?
Diese Hoffnung sollte man noch nicht haben. Eine Entspannung ist auch für das nächste Jahr noch nicht zu sehen. Gerade weil die Prognosen einen Studienplatz zu bekommen bereits in den letzten Jahren schon als sehr düster angesehen wurden, haben sich viele Abiturienten zunächst nicht gleich um einen Studienplatz beworben. Sei es weil der Notendurchschnitt keine Chance gegeben hätte oder das Studium nicht an der gewünschten Hochschule möglich war. Hier sollte auch noch mal klar gesagt werden, dass es immer mit hohen Kosten verbunden ist, wenn ein Kind während des Studiums nicht im Elternhaus wohnen kann. Sehr gut wurde die Möglichkeit ein Freiwilligen Soziales Jahr (FSJ) zu absolvieren angenommen. Auch hier hat man die Chance dieses im Ausland zu machen. Gerade bei Bewerbungen an einigen Hochschulen oder später auch für einen Job kann ein FSJ von Vorteil sein. Ein Auslandsaufenthalt mit einem Work and Travel- Visum , als Aupair oder Praktikant hatte viele veranlasst Ihren Studienbeginn auf das kommende Jahr zu verschieben. Diese jungen Menschen werden dann mit dem nächsten Abiturjahrgang um einen Studienplatz kämpfen.
Thomas Bezler
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