
IAB Tech Lab stellt CoMP-Framework vor, damit LLMs vor dem Content-Crawling kommerzielle Vereinbarungen mit Publishern abschließen
Das ContentMonetization Protocol (CoMP) definiert einen standardisierten Ansatz für KI-Systeme und Inhalteigentümer, um kommerzielle Vereinbarungen zu erleichtern, Risiken zu reduzieren und eine nachhaltige globale Informationslieferkette zu unterstützen. Die öffentliche Konsultation läuft bis zum 9. April 2026
NEW YORK, 11. März 2026 /PRNewswire/ -- IAB Tech Lab, das globale technische Standardisierungsgremium für digitale Werbung, gab heute die Freigabe der CoMP-Spezifikation (Content Monetization Protocol) v1.0 zur öffentlichen Konsultation bekannt. Damit wird ein standardisiertes Framework geschaffen, das es Content-Eigentümern und Marktplätzen ermöglicht, mit KI-Systemen über ihre Inhaltsangebote zu kommunizieren und sicherzustellen, dass vor dem Crawlen oder der Nutzung von Inhalten kommerzielle Bedingungen vereinbart werden. Die Spezifikation kann bis zum 9. April 2026 von der Öffentlichkeit kommentiert werden, um Rückmeldungen aus der Branche einzuholen und eine breite Annahme zu unterstützen.
„KI-Systeme benötigen Chips, Strom und Informationen. Informationen sind der einzige Faktor in dieser Gleichung, für den noch keine einheitliche kommerzielle Infrastruktur besteht", so Anthony Katsur, CEO des IAB Tech Lab. „Wenn wir wollen, dass hochwertige Inhalte auch weiterhin KI-gesteuerte Produkte bereichern, benötigen wir klare Vertragsbedingungen und einen Mechanismus, der Vergütung, Verantwortlichkeit und langfristige Nachhaltigkeit gewährleistet. CoMP soll der Industrie helfen, sich in diese Richtung zu bewegen."
Die Verlage haben in den letzten Jahren einen erheblichen Rückgang des Traffics erlebt, einschließlich eines Rückgangs des Traffics für Suchanfragen um mehr als 50 Prozent in einigen Fällen. Das CoMP-Framework soll die Grundlage für einen globalen Informationsmarkt bilden, der neue, an die KI-Nutzung gebundene Einnahmemöglichkeiten ermöglicht und zugleich eine faire Vergütung für qualitativ hochwertige, zeitnahe Inhalte gewährleistet. Dabei soll das Framework die Risiken für KI-Systeme mindern, die auf einen ständigen Zugang zu zuverlässigen, gut strukturierten Informationen angewiesen sind.
Das CoMP-Framework ist so konzipiert, dass es direkt über Lizenzvereinbarungen und Drittanbieter-Marktplätze eingesetzt werden kann, sodass Content-Eigentümer und KI-Systeme ein einziges standardisiertes Protokoll implementieren können, anstatt für jede Plattform eigene Integrationen zu entwickeln. Durch die Einführung einer einheitlichen Methode zur Signalisierung von Berechtigungen und Geschäftsbedingungen vor dem Zugriff auf Inhalte mindert CoMP den Aufwand für eine maßgeschneiderte technische Entwicklung, senkt die Betriebskosten und unterstützt eine skalierbare Einführung im gesamten Ökosystem.
CoMP ist kein Ersatz für strenge Zugangskontrollen. Das Framework setzt voraus, dass die Eigentümer von Inhalten robuste Blockierungsstrategien am Auslieferungsort eingerichtet haben, beispielsweise in ihrem Edge Compute oder Content Delivery Network (CDN). Auf dieser Grundlage schafft das Protokoll einen standardisierten Weg von Beschränkungen zu einem strukturierten und für beide Seiten vorteilhaften Handelsmarkt.
Branchenvertreterinnen und -vertreter sprechen sich bereits für einen standardisierten Ansatz zur Monetarisierung von Inhalten in KI-Umgebungen aus:
„Wir bei The Weather Company glauben, dass die Zukunft der Branche von menschenzentrierten, KI-gesteuerten Innovationen abhängt, die den Endnutzer in den Mittelpunkt stellen", erklärt Julianne Jennings, Senior Director of Content and Product bei The Weather Company. „Unsere Zusammenarbeit mit dem IAB Tech Lab bei der Entwicklung des CoMP-Frameworks ist ein entscheidender Schritt, um ein Fundament für eine sichere Datenzusammenarbeit zu legen, die dem gesamten Ökosystem zugute kommt. Indem wir einen standardisierten Weg für kommerzielle Vereinbarungen schaffen, stellen wir sicher, dass unsere zuverlässigen Wetterdaten über alle Aktivierungskanäle hinweg mühelos zugänglich bleiben. So können wir den Käufern helfen und die Leistungsergebnisse steigern, während wir gleichzeitig das Vertrauen und die Präzision bewahren, auf die sich unsere Nutzer jeden Tag verlassen."
„Wir wissen, dass die besten KI-Produkte den besten Input benötigen und dass die KI-Wirtschaft in Zukunft mehr hochwertige Inhalte braucht – nicht weniger", berichtet Jon Roberts, Chief Innovation Officer, People Inc. „Eine globale Informationswirtschaft braucht globale Standards, und wir haben die IAB CoMP-Initiative von Anfang an unterstützt. Wir unterstützen globale Standards, die allen Urhebern zu einer fairen Bezahlung verhelfen."
„Die erste Version der CoMP-API ist ein wichtiger Schritt zur Etablierung interoperabler, transparenter Standards für den fairen Austausch von Werten im KI-Ökosystem, da KI-Systeme auf qualitativ hochwertige, vertrauenswürdige Inhalte angewiesen sind. Als einer der ersten Unterstützer sind wir davon überzeugt, dass skalierbare, robuste Vergütungsmodelle – neben Transparenz und Zuordnung der Content-Nutzung – für die Aufrechterhaltung von hochwertigem Journalismus und Premium-Inhalten im KI-Zeitalter unverzichtbar sind", so Achim Schlosser, VP Global Data Standards bei Bertelsmann.
„Verleger sollten für die Nutzung ihres geistigen Eigentums entschädigt werden – und für die realen Investitionen, die erforderlich sind, um hochwertige Inhalte zu produzieren", betont Rob Beeler von Beeler.Tech, einer auf Publisher ausgerichteten Ad Ops-Community. „Obwohl noch viele Fragen hinsichtlich der Zusammenarbeit zwischen LLMs und Verlagen offen sind, bietet CoMP den notwendigen Rahmen für diese Diskussionen. Dies unterstützt uns dabei, schneller von der Theorie zur Praxis überzugehen und die Zukunft des Verlagswesens besser zu schützen."
„Da KI-Systeme und -Agenten zum Eingangstor für Informationen werden, erben sie die Autorität, die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen der Verlage und Marken, von deren Inhalten sie lernen und verbreiten. CoMP schafft einen Mechanismus, mit dem diese Qualität und dieses Vertrauen in der KI-Lieferkette gewürdigt werden können", ergänzt Jennifer Bas, Chief of Staff bei Mobian.
Die CoMP-Spezifikation ist das Ergebnis einer intensiven Zusammenarbeit mit der CoMP Working Group und soll durch das Feedback der Industrie während der öffentlichen Konsultation weiterentwickelt werden. Vor der Fertigstellung werden die Beiträge von Verlagen, Marktplätzen, Technologieanbietern und KI-Entwicklern in die Aktualisierung des Frameworks einfließen.
Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Teilnahme an der öffentlichen Konsultation, die bis zum 9. April 2026 läuft, finden Sie unter https://iabtechlab.com/comp/.
Informationen zum IAB Technology Laboratory
Das 2014 gegründete IAB Technology Laboratory (Tech Lab) ist ein gemeinnütziges Konsortium, das seine Mitglieder weltweit in die Entwicklung grundlegender Technologien und Standards einbindet, die Wachstum und Vertrauen in das Ökosystem der digitalen Medien ermöglichen. Das IAB Tech Lab besteht aus digitalen Publishern, Werbetechnologiefirmen, Agenturen, Marken und anderen Mitgliedsunternehmen und konzentriert sich auf Lösungen für Markensicherheit und Werbebetrug, Identitäts-, Daten- und Verbraucherschutz, kanalübergreifende programmatische Effektivität und Werbemessung sowie die Auswirkungen von LLMs und KI-Agenten auf die Werbung. Zu seinen Tätigkeitsbereichen gehören das Echtzeit-Auktionsprotokoll OpenRTB, die Anti-Betrugs-Spezifikation ads.txt, das Open Measurement SDK für Sichtbarkeit und Verifizierung, die VAST-Videospezifikation, Trusted Server und die Initiative Agentic Roadmap für agentische Werbung. Die Board-Mitglieder und Unternehmen sind unter https://iabtechlab.com/about-the-iab-tech-lab/tech-lab-leadership/ aufgeführt. Weitere Informationen finden Sie unter https://iabtechlab.com.
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