Zu den wichtigsten Ergebnissen des Forums zählten die Einführung des „Vulnerability to Viability Compact" (V2V), der darauf abzielt, den Zugang zu erschwinglichen Entwicklungsfinanzierungen für klimagefährdete Länder zu verbessern, sowie die Vorstellung des 1,5 Milliarden US-Dollar schweren Aktionsplans für die digitale Transformation des OPEC-Fonds, der bis 2030 als Leitfaden für Investitionen in digitale Infrastruktur, Kompetenzen und Anwendungen dienen soll.
Der Präsident des OPEC-Fonds, Abdulhamid Alkhalifa, erklärte: „Die Entwicklungslandschaft verändert sich grundlegend, doch die zentrale Herausforderung bleibt dieselbe: sicherzustellen, dass die Länder Zugang zu den Finanzmitteln, Technologien und Partnerschaften haben, die sie benötigen, um ihre Entwicklungsziele nach ihren eigenen Vorstellungen zu erreichen. In unserem 50. Jubiläumsjahr blickt der OPEC-Fonds nicht nur auf fünf Jahrzehnte der Zusammenarbeit zurück, sondern richtet den Blick auch auf die Herausforderungen und Chancen, die die nächsten fünfzig Jahre prägen werden."
Das OPEC-Entwicklungsforum 2026 brachte mehr als 600 Führungskräfte und Vertreter aus Mitglieds- und Partnerländern, Entwicklungsinstitutionen, der Privatwirtschaft und der Zivilgesellschaft unter dem Motto „Ein Wandel, der unsere Zukunft stärkt" zusammen.
Klimafinanzierung und digitale Transformation
Zu den wichtigsten Ergebnissen des Forums gehörte die Einführung des „Vulnerability to Viability Compact", einer gemeinsamen Initiative des OPEC-Fonds und der Regierung von Barbados in ihrer Eigenschaft als Vorsitz des Climate Vulnerable Forum sowie der V20-Finanzminister.
Der Pakt, an dem 74 klimagefährdete Volkswirtschaften und 14 Partnerinstitutionen aus dem Bereich der Entwicklungsfinanzierung beteiligt sind, zielt darauf ab, den Zugang zu erschwinglichen, verlässlichen und langfristigen Entwicklungsfinanzierungen zu erweitern. Zu den ersten Schwerpunkten zählen Wasserversorgungssicherheit, Bildung und Gesundheit.
Auf dem Forum wurde zudem der mit 1,5 Milliarden US-Dollar dotierte Aktionsplan des OPEC-Fonds zur digitalen Transformation vorgestellt, der bis 2030 den Aufbau digitaler Infrastruktur, Kompetenzen und Anwendungen in den Partnerländern fördern soll. Mit dieser Initiative wird die digitale Transformation neben Klimaschutz und Ernährungssicherheit als dritte übergreifende Priorität der Institution festgelegt.
Präsident Alkhalifa erklärte: „Der V2V-Pakt und unser Aktionsplan zur digitalen Transformation sind die Antwort auf zwei entscheidende Prioritäten unserer Zeit. Klimagefährdete Länder benötigen Zugang zu Finanzmitteln zu Bedingungen, die ihren tatsächlichen Gegebenheiten Rechnung tragen, während alle Länder die Infrastruktur und die Fähigkeiten benötigen, um uneingeschränkt an einer sich rasch wandelnden digitalen Wirtschaft teilhaben zu können. Beide Initiativen basieren auf demselben Grundsatz: Die Entwicklung muss von den Ländern selbst gesteuert werden, inklusiv sein und zu dauerhafter Widerstandsfähigkeit führen."
Neue Finanzierung und erste Transaktion in Landeswährung in Aserbaidschan
Über die beiden Leitinitiativen hinaus hat das Forum neue Finanzierungszusagen in Höhe von über 450 Millionen US-Dollar auf den Weg gebracht, um die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit zu stärken, den Zugang zu Finanzmitteln zu erweitern und die grundlegende Infrastruktur in den Partnerländern zu unterstützen. Zu den Vereinbarungen gehörte eine wegweisende Transaktion, die die erste Finanzierungsmaßnahme des OPEC-Fonds in Landeswährung in Aserbaidschan darstellte:
- Armenien: Ein Darlehen in Höhe von 80 Millionen Euro soll Reformen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Unternehmen, zur Erleichterung von Investitionen und Handel, zur Stärkung des Wettbewerbs sowie zur Förderung eines umweltfreundlicheren und widerstandsfähigeren Wachstums unterstützen. Ein separates, nicht staatliches Darlehen in Höhe von 50 Millionen US-Dollar an die Ameriabank wird die Handelsfinanzierung unterstützen, wobei der Schwerpunkt auf der Agrarwirtschaft sowie auf Kleinst-, kleinen und mittleren Unternehmen liegt.
- Aserbaidschan: Ein Darlehen in Landeswährung im Gegenwert von 20 Millionen US-Dollar an die Bank Respublika soll lokale Unternehmen sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) unterstützen.
- Ostafrika: Ein für die East African Development Bank arrangierter Konsortialkredit in Höhe von 65 Millionen US-Dollar soll KMU und wichtige Infrastrukturprojekte unterstützen; davon stammen 25 Millionen US-Dollar von der First Abu Dhabi Bank.
- Mauretanien: Eine Länderpartnerschaftsstrategie mit einem Finanzrahmen von 180 Millionen US-Dollar für den Zeitraum 2026–2029 wird sich auf klimaresiliente Infrastruktur, Ernährungssicherheit und Wertschöpfungsketten im ländlichen Raum konzentrieren. Ein separates Darlehen in Höhe von 15 Millionen US-Dollar wird im Rahmen des „Resilience and Productive Safety Nets Program" die soziale Absicherung schutzbedürftiger Bevölkerungsgruppen stärken.
- Nicaragua: Mit einem Darlehen in Höhe von 31,5 Millionen US-Dollar wird die Straße „Empalme Telica–Malpaisillo–Empalme San Isidro" saniert, wodurch die Verkehrsanbindung verbessert und ländliche Gemeinden davon profitieren werden.
Ausbau der strategischen Zusammenarbeit
Das Entwicklungsforum baute zudem das Netzwerk strategischer Partnerschaften des OPEC-Fonds durch neue Kooperationsvereinbarungen mit der Digital Cooperation Organization (DCO), Gavi – der Impfstoffallianz, der Islamischen Organisation für Ernährungssicherheit, dem Sekretariat der „Middle East Green Initiative" und Saudi Eksab weiter aus. Die Vereinbarungen fördern die Zusammenarbeit in den Bereichen digitale Transformation, nachhaltige Gesundheitsfinanzierung und Impfungen, Nahrungsmittel- und Wasserversorgungssicherheit, Klimaschutz sowie nachhaltige Investitionen.
Am Rande des Forums richtete der OPEC-Fonds die jährlichen Treffen der Leiter der Institutionen der Arabischen Koordinierungsgruppe aus und vertiefte die Zusammenarbeit mit regionalen und internationalen Partnern, darunter der V20-Gruppe, der CAF – Entwicklungsbank für Lateinamerika und die Karibik, der Afrikanischen Entwicklungsbank und der Interamerikanischen Entwicklungsbank, durch hochrangige Rundtischgespräche, deren Schwerpunkt auf der Stärkung der Zusammenarbeit und der Entwicklungswirkung lag.
Informationen zum OPEC-Fonds
Der OPEC-Fonds für internationale Entwicklung (OPEC-Fonds) ist die einzige Entwicklungsinstitution mit weltweitem Mandat, die ausschließlich Finanzmittel aus Mitgliedsländern für Nicht-Mitgliedsländer bereitstellt. Die Organisation arbeitet mit den Partnern in den Entwicklungsländern und der internationalen Entwicklungsgemeinschaft zusammen, um das Wirtschaftswachstum und den sozialen Fortschritt in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen auf der ganzen Welt zu fördern. Der OPEC-Fonds wurde 1976 mit einem bestimmten Ziel gegründet: Entwicklung voranzutreiben, Gemeinschaften zu stärken und Menschen zu befähigen. Unsere Arbeit ist auf den Menschen ausgerichtet und konzentriert sich auf die Finanzierung von Projekten zur Deckung grundlegender Bedürfnisse wie Ernährung, Energie, Infrastruktur, Beschäftigung (insbesondere in Bezug auf KKMU), sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen, Gesundheitsversorgung und Bildung. Bis heute hat der OPEC-Fonds mehr als 32 Milliarden US-Dollar für Entwicklungsprojekte in über 125 Ländern bereitgestellt. Diese Projekte haben einen Gesamtwert von über 240 Milliarden US-Dollar, was bedeutet, dass für jeden vom OPEC-Fonds zugesagten US-Dollar etwa 7,50 US-Dollar mobilisiert wurden. Der OPEC-Fonds wird von Fitch mit AA+/Ausblick stabil und von S&P mit AA+, Ausblick stabil bewertet. Unsere Vision ist eine Welt, in der nachhaltige Entwicklung für alle Wirklichkeit ist.
Video: https://mma.prnewswire.com/media/2999636/OPEC_Fund_Development_Forum.mp4
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