2014

Bagus Utomo zum Gewinner des erstmals vergebenen Dr. Guislain-Preises „Breaking the Chains of Stigma" gekürt

- Belgisches Museum und Janssen Research & Development, LLC würdigen die richtungsweisende Fürsprachearbeit der indonesischen Organisation

GENT, Belgien, 9. Okt. 2012 /PRNewswire/ -- Bagus Utomo – ein indonesischer Mann, dem die psychische Erkrankung seines Bruders Motivation gab – wurde der erstmals vergebene Dr. Guislain-Preis „Breaking the Chains of Stigma" für seinen unermüdlichen Einsatz verliehen, den er mit seiner Organisation Komunitas Peduli Skizofrenia Indonesia (Indonesische Gemeinschaft zur Behandlung von Schizophrenie - KPSI) bei der Mittelbeschaffung zum Kampf gegen das Stigma der Schizophrenie an den Tag legte. Das Programm rund um den Dr. Guislain-Preis ist ein Gemeinschaftsprojekt des Museum Dr. Guislain und Janssen Research & Development, LLC. Janssen unterstützt das Programm finanziell sowie in Form von Sachleistungen. Der Gewinner erhält ein Preisgeld in Höhe von 50.000 USD, das für weitere Tätigkeiten im Kampf gegen die gesellschaftliche Stigmatisierung von psychischen Erkrankungen und Funktionsstörungen des Gehirns vorgesehen ist.

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„Für Menschen mit psychischer Erkrankung bringt die Stigmatisierung extrem schädliche Konsequenzen mit sich, angefangen bei der Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes bis zum gänzlichen Verzicht auf Behandlung – und zwar aus Scham oder aus Angst davor, wie man mit ihnen umgehen wird", so der ehemalige US-amerikanische Kongressabgeordnete Patrick Kennedy, Mitgründer und stellvertretender Vorstandsvorsitzender von One Mind for Research und Mitglied des Auswahlausschusses der Preisverleihung. „Dieser Preis wurde ins Leben gerufen, weil man die Fesseln der Stigmatisierung lösen muss, von denen die öffentliche Wahrnehmung derartiger Erkrankungen bis heute geprägt ist. Die Bemühungen von Bagus Utomos Organisation sind ein hervorragendes Beispiel dafür, wie man sich gegen diese Wahrnehmung zur Wehr setzen kann. Aus diesem Grund haben wir ihn auch zum ersten Gewinner dieses Preises gemacht."

Utomo, ein Bibliothekar aus Jakarta, begann seine Mission, als sein Bruder unter den ersten Symptomen der Schizophrenie litt und 1995 mit dieser chronischen Störung der Gehirnfunktion diagnostiziert wurde. Es folgten viele Jahre erfolgloser Behandlungsversuche. Während dieser Zeit konnten Utomo und seine Familie nicht besonders viel über die Krankheit in Erfahrung bringen, weil sie einfach niemanden hatten, mit dem sie ihre Last hätten teilen können. Angetrieben von dem intensiven Wunsch und Bedürfnis, anderen Familien in Not helfen zu wollen, gründete Utomo schließlich KPSI.

„In Indonesien gelten psychische Störungen mitunter als keine ,echten' Krankheiten und wir sind immer noch weit davon entfernt, Menschen mit diesen Erkrankungen helfen zu können – sowohl in Form von Behandlungen als auch im Kampf gegen die Stigmatisierung", erklärte Utomo. „Es dauerte über 10 Jahre, bis wir eine geeignete Behandlungsform für meinen Bruder entdeckt haben. Das war unglaublich frustrierend. Ich begann, im Internet nach Informationen zu suchen, und erstellte aus eigenen Mitteln unsere erste Website. Dabei wollte ich Menschen, die an Schizophrenie und der damit verbundenen Stigmatisierung leiden, Licht und Hoffnung geben."

KPSI stellt Informationen über Schizophrenie zur Verfügung und leistet gemeinschaftliche Unterstützung für Patienten und ihre Familien. Ziel der Organisation ist es, das Bewusstsein von Patienten, Pflegern und der gesamten Öffentlichkeit für die Erkrankung zu schärfen und die damit verbundene Stigmatisierung aktiv zu bekämpfen. KPSI begann mit einer Website, nahm dann eine eigene Diskussionsgruppe über eine populäre Suchmaschine auf, und kommuniziert nun in erster Linie über eine Facebook-Seite mit über 5.500 Usern und über ein Twitter-Kürzel. Dank Utomos Bemühungen haben Patienten mit Schizophrenie nun Zugang zu Selbsthilfegruppen, Workshops zur Förderung der psychischen Gesundheit und zu therapeutischen Aktivitäten wie Malen, Sport und Filmvorführungen. In Jakarta und in den städtischen und ländlichen Gebieten des gesamten indonesischen Archipels organisiert KPSI regelmäßig Treffen und Aktivitäten für Menschen mit Schizophrenie. Darüber hinaus fungiert KPSI als Bindeglied zwischen Gemeinden, Nichtregierungsorganisationen und der indonesischen Regierung. Gemeinsam arbeitet man daran, die Behandlung von Schizophrenie und die gesundheitsschädlichen Konsequenzen der Stigmatisierung von psychischen Erkrankungen besser zu verstehen.

KPSI ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die von der Republik Indonesien offiziell anerkannt wird. Der Gesundheitsminister Indonesiens hat die Organisation ausdrücklich für ihre Unterstützung von Schizophrenie-Patienten und ihren Pflegern gelobt.

„Ich bin begeistert, den erstmals vergebenen Dr. Guislain-Preis ,Breaking the Chains of Stigma' anzunehmen", so Utomo. „Technologie war bisher ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Organisation. Mit diesem großzügigen Preisgeld hoffe ich, eine neue Website mit einem noch umfangreicheren Informationsangebot erstellen, Gesundheitsversorger dabei zukünftig miteinbeziehen und weitere Selbsthilfegruppen für Pfleger ins Programm aufnehmen zu können. Die Fortschritte der vergangenen 12 Jahre stimmen mich zuversichtlich, dass wir eines Tages in einer Welt leben werden, in der einfach kein Platz mehr für das Stigma psychischer Erkrankungen ist."

Der Dr. Guislain-Preis „Breaking the Chains of Stigma" ist nach Dr. Joseph Guislain (1797-1860) benannt und soll dessen Vermächtnis gebührend würdigen. Guislain war der erste belgische Psychiater, der Patienten mit psychischen Erkrankungen mit wissenschaftlich fundierten Therapien behandelte. Außerdem war er ein überzeugter Fürsprecher der Patienten. Sowohl das Museum Dr. Guislain als auch Janssen sind Einrichtungen mit einer traditionsreichen Geschichte, die sich seit geraumer Zeit mit der Forschung, Behandlung und Ausbildung im Bereich psychischer Erkrankungen befassen. Seit über 25 Jahren betreibt das Museum öffentliche Aufklärungsarbeit und schafft Missverständnisse und Vorurteile im Zusammenhang mit der Behandlung von psychischen Erkrankungen aus der Welt.

„Utomos leidenschaftlicher Einsatz für Menschen mit psychischen Erkrankungen hat konkrete Auswirkungen auf Patienten mit Schizophrenie und sonstigen psychischen Gesundheitsproblemen in Indonesien", sagte Bruder Rene Stockman, der Geschäftsführer des Museum Dr. Guislain. „Seine Arbeit hat den Zugang zu Informationen über die seelische Gesundheit verbessert. Außerdem hat sie zu einem besseren Verständnis in der Öffentlichkeit geführt, dass diese Erkrankungen medizinischer Natur sind, und das Bewusstsein für die gesundheitsschädlichen Konsequenzen der Stigmatisierung geschärft."

Janssens Auftritt als Sponsor der Preisverleihung spiegelt das seit über 50 Jahren bestehende Engagement des Unternehmens bei der Suche nach geeigneten Lösungen für Patienten mit psychischen Erkrankungen wider. Der Preis ist auch ein wichtiger Bestandteil von Janssens Healthy Minds-Initiative. Diese zielt darauf ab, die Zusammenarbeit unter Partnern aus dem biowissenschaftlichen, pharmazeutischen und öffentlichen Sektor zu verbessern, um neue therapeutische Lösungen zur Behandlung von Erkrankungen und Funktionsstörungen des Gehirns noch schneller entwickeln zu können. Außerdem unterstützt die Initiative den gesamten Bereich der psychischen Gesundheit sowie zahlreiche Interessengruppen und Projekte.

„Janssen ist sehr froh, die herausragende Aufklärungs- und Fürsprachearbeit von Bagus Utomo und dessen Engagement zur Bekämpfung des Stigmas psychischer Erkrankungen in ganz Indonesien gebührend zu würdigen", so Dr. med. Husseini K. Manji, therapeutischer Leiter des globalen neurowissenschaftlichen Bereichs von Janssen Research & Development, LLC. „Utomo vereint die besten Eigenschaften von Fürsprechern aus aller Welt, die fortwährend daran arbeiten, Menschen mit Funktionsstörungen des Gehirns zu helfen. Dieses Ziel steht auch im Einklang mit unserer Arbeit bei Janssen."

Die Erfolge von Utomos Organisation werden morgen am internationalen Tag der seelischen Gesundheit im Rahmen einer Zeremonie im Museum Dr. Guislain im belgischen Gent feierlich begangen.

Das Museum Dr. Guislain bat am 12. Juli 2012 um die Einreichung von Nominierungsvorschlägen für den Dr. Guislain-Preis „Breaking the Chains of Stigma". Insgesamt gingen über 60 Nominierungen aus aller Welt ein, aus denen eine Jury aus internationalen Fürsprechern sowie bekannten Sachverständigen aus dem Bereich der psychischen Gesundheit dann den Gewinner ermittelte.

Informationen zum Dr. Guislain-Preis „Breaking the Chains of Stigma"
Privatpersonen, Organisationen und Projekte aus aller Welt, die in außergewöhnlichem Umfang zum Umgang mit psychischer Gesundheitsfürsorge und zur diesbezüglichen Bewusstseinsbildung beigetragen haben, kommen für den Dr. Guislain-Preis „Breaking the Chains of Stigma" infrage. Der Preis wird an Privatpersonen, Organisationen und Projekte verliehen, die:

  • im weitesten Sinne oder auf kultureller bzw. sozialer Ebene in außergewöhnlichem Umfang zur psychischen Gesundheitsfürsorge beigetragen haben;
  • einen echten Beitrag zur Bekämpfung der Stigmatisierung von psychischen Erkrankungen geleistet haben;
  • Aufmerksamkeit auf die psychische Gesundheitsfürsorge gelenkt haben;
  • und bei all diesen Tätigkeiten mit Leidenschaft, Kreativität und Innovation zu Werke gegangen sind.

Die erstmals einberufene Jury besteht aus:

  • Lisa Appignanesi – eine in London lebende Autorin, ehemalige Vorsitzende von English PEN und Kuratoriumsvorsitzende des Freud Museum in London
  • Siri Hustvedt – Essayistin, Romanschriftstellerin und Dichterin
  • Dr. Steven Hyman – Direktor des Stanley Center für psychiatrische Forschung am Broad Institute of MIT and Harvard und Vorsitzender des wissenschaftlichen Beratungsausschusses von One Mind for Research
  • Patrick Kennedy – ehemaliger US-amerikanischer Kongressabgeordneter sowie Mitgründer und stellvertretender Vorstandsvorsitzender von One Mind for Research
  • Dr. Alan Leshner – Chief Executive Officer der American Association for the Advancement of Science
  • Dr. Bernard Sabbe – Professor für medizinische Psychologie und Psychiatrie an der Universität Antwerpen sowie Psychiater und Psychotherapeut am Sint-Norbertus-Krankenhaus für Psychiatrie in Duffel

Informationen zum Museum Dr. Guislain
Das Museum Dr. Guislain wurde 1986 im belgischen Gent gegründet. Mit einer Dauerausstellung und einer Reihe halbjährlich wechselnder Themenausstellungen behandelt es die Geschichte der Psychiatrie. Das Museum bietet eine Sammlung psychiatrischer Fotografien, umfassende Archive aus zwei Jahrhunderten sowie eine riesige Bibliothek, in der die Geschichte der Psychiatrie festgehalten ist. Das Museum betreibt umfassende Aufklärungsarbeit in der Öffentlichkeit und schafft Missverständnisse und Vorurteile im Zusammenhang mit der Behandlung von psychischen Erkrankungen aus der Welt. Das Museum Dr. Guislain zieht jährlich 65.000 Besucher an.

Informationen zu Dr. Joseph Guislain
Dr. Joseph Guislain (1797-1860) war ein engagierter Aktivist für Patienten mit psychischen Erkrankungen und der erste Psychiater Belgiens, der diese Menschen mit wissenschaftlich fundierten Therapien behandelte. Als leidenschaftlicher Fürsprecher für Patienten mit psychischen Erkrankungen war Dr. Guislain unermüdlich damit beschäftigt, sich für die Rechte der Patienten stark zu machen und ihre soziale Stellung zu verbessern. Er hielt zahlreiche Vorlesungen und veröffentlichte viele verschiedene Publikationen zum Thema psychische Erkrankungen und wurde von seinen Zeitgenossen sehr geschätzt.

Nähere Informationen zum Dr. Guislain-Preis erhalten Sie auf www.drguislainaward.org.

Kontakt:

Patrick Allegaert
Museum Dr. Guislain
+32-479-33-28-67
allegaert.patrick@gmail.com

SOURCE Museum Dr. Guislain



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