
Deutsch-ägyptische Wissenschaftskooperation: Wie Wälder in der Wüste besser wachsen
FREISING-WEIHENSTEPHAN, Deutschland, May 22, 2012 /PRNewswire/ --
Im Wüstenstaat Ägypten spielt Wasser eine große Rolle - aufgrund des Klimas konzentriert sich die Bevölkerung vor allem am Nil. Die hohe Besiedelungsdichte des Flussdeltas ist jedoch problematisch: Fruchtbare Flächen werden verbaut, viel Abwasser wird produziert. Um die Situation zu entspannen, begann die ägyptische Regierung Mitte der 1990er Jahre, Bäume in der Wüste anzupflanzen und mit vorgereinigtem Abwasser zu bewässern. Gemeinsam arbeiten deutsche und ägyptische Wissenschaftler nun daran, diese Wälder in ökologischer und ökonomischer Hinsicht zu optimieren. Am 7. Mai 2012 erfolgte in Kairo der offizielle Start der neuen Wissenschaftskooperation.
Der größte Teil der ägyptischen Bevölkerung lebt im Niltal und -delta auf gerade einmal vier Prozent der Landesfläche. Die Besiedelung am Grünstreifen des Nils ist schon jetzt extrem dicht, ein weiterer Anstieg ist prognostiziert. In den Ballungszentren entstehen große Abwassermengen, deren Entsorgung problematisch ist. Mitte der 1990er Jahre startete die ägyptische Regierung daher ein Pilotprojekt, um das Abwasserproblem zu lösen: In verschiedenen Wüstengebieten außerhalb der großen ägyptischen Städte wurden unterschiedliche Baumarten angepflanzt und mit vorgereinigtem Abwasser bewässert.
Im Rahmen dieses Pilotprojekts wurden insgesamt über 4.000 Hektar auf 24 Standorten aufgeforstet. Gepflanzt wurden unter anderem Akazien, Kasuarinen und Zypressen: Nach nur sieben Jahren sind so bis zu 15 Meter hohe Wälder in der Wüste entstanden. Das Prinzip funktioniert also, das Abwasser kann sinnvoll eingesetzt werden. Die Aufforstungen in Ägypten haben zudem einen positiven Klimaeffekt: Bäume speichern das Treibhausgas Kohlendioxid, daher leisten die neuen Wälder einen Beitrag gegen die globale Klimaveränderung.
Ein neues Forschungsprojekt soll untersuchen, wie die Baum- und Bestandsqualität sowie die Kosten-Nutzen-Effizienz der Aufforstungen verbessert werden können. Forstwissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) haben das Programm in Zusammenarbeit mit der ägyptischen Regierung erarbeitet. "Aus diesen Aufforstungen können wir eine nachhaltige Forstwirtschaft in Ägypten aufbauen - einem Land, das aufgrund geringer Niederschläge nur sehr wenige heimische Baumarten hat." erläutert der Forstwissenschaftler Hany El Kateb, gebürtiger Ägypter und Mitarbeiter am TUM-Lehrstuhl für Waldbau. Das von ihm entwickelte Projekt "Nachhaltige Forstwirtschaft in Wüstengebieten in Ägypten unter Verwendung von Abwässern" ist im März 2012 gestartet. Am 7. Mai 2012 erfolgte in Kairo der offizielle Projektbeginn mit Vertretern mehrerer Ministerien, der deutschen Botschaft in Kairo, der beteiligten Universitäten sowie des Deutschen Akademischen Austauschdienstes.
Weitere Informationen:
Kontakt:
Hany El Kateb
Lehrstuhl für Waldbau, Technische Universität München
Tel. +41(0)8161/71-4690 / -4692 bzw. 089-794842
E-Mail: [email protected] / [email protected]
http://www.wzw.tum.de/waldbau/index.php?id=131
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